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Flucht

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Die Hauptlast der Flüchtlingskrise wird nicht von uns getragen. Rund drei Viertel aller Flüchtlinge befinden sich in Afrika, Lateinamerika, Asien sowie im Nahen und Mittleren Osten. Die meisten Menschen auf der Flucht bleiben intern vertrieben in ihrem Heimatstaat oder suchen Schutz in einem Nach­barland. Vertriebene Menschen verfügen oft weder über die finanziellen Mittel noch über die nötige Kraft oder Handlungsfreiheit, um eine lange Flucht anzutreten. Stattdes­sen kämpfen sie ums tägliche Überleben. Nur ein kleiner Teil der Flüchtlinge weltweit kommt je als Asylsuchende in die Schweiz.

Auftrag GE-1
Schau dir den folgenden Film von Mano Khalil an. Was geht dir dabei durch den Kopf? Welche Gefühle löst er bei dir aus? Halte dies in den Gedankenwolken fest.
- Gedanken zu: Wo und wie Menschen auf der Flucht schlafen und wohnen
- Gedanken zu den Personen
- Gefühle
- Fragen






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Auftrag GE-2
Lies die Statements von Flüchtenden aus dem Film. Finde heraus, aus welchen Gründen die Menschen flüchten mussten. Schreibe auf, wohin sie geflüchtet sind. Überlege dir aufgrund der Statements, was Heimat für diese Flüchtlinge bedeutet. Haben sie dabei eine Landesgrenze überschritten? Vergleiche die Aussagen der Flüchtenden im Film mit den weiteren Zitaten von Flüchtenden. Sagen diese dasselbe aus? Wie verstehst du die Aussagen? Wie fühle ich mich dabei, wenn ich solche Aussagen höre?

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Informationen zum Filmemacher Mano Khalil (PDF)

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Facts

Auftrag GE-3
Überprüfe die untenstehenden Behauptungen und begründe deine Antworten:
- Alle flüchten nach Europa.
- Vor allem junge Männer flüchten.
- Besonders viele Flüchtlinge wollen in die Schweiz.
- Eine Flucht ist hart, dauert aber nur kurz.
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Begriffe

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Fluchtländer

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Südsudan

Somalia

Libanon

Syrien

Afghanistan

Myanmar

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Menschen

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Aziz

Afghanistan

Abdi

Somalia 

Malaika

Südsudan

Hayat

Syrien

Mohammed

Syrien

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Und du?

Auch wenn die Zahl der Asylsuchenden in der Schweiz gegenwärtig rückläufig ist, so war die Zahl der Menschen auf der Flucht noch nie so hoch wie in den letzten Jahren. Aktuell sind weltweit fast 80 Millionen Menschen auf der Flucht. Hast du dir schon einmal überlegt, was es bedeutet, das Zuhause, die Familie und die Heimat aufgeben zu müssen? Was es heisst, auf der Flucht zu sein und an einem Ort anzukommen, an dem niemand auf einen gewartet hat, und dabei oft nur das Notwendigste mitnehmen zu können? Was würdest du zurücklassen und was würdest du einpacken?
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Aufgabe GE-5
Wenn du nur vier Gegenstände mitnehmen könntest, für welche vier der neun möglichen Gegenstände würdest du dich entscheiden?
Und warum hast du dich genau für diese vier entschieden?
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CH-Asyl

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Wer in der Schweiz Schutz vor Verfolgung sucht, kann sein Asylgesuch in einem der sechs Bundesasylzentren (BAZ) des Staatssekretariats für Migration (SEM) einreichen. Die BAZs befinden sich in Altstätten, Basel, Bern, Boudry, Chiasso und Zürich. Sie erfüllen zwei Hauptaufgaben: Die Unterbringung der Asylsuchenden und die Durchführung der Asylverfahren. Die maximale Aufenthaltsdauer in einem Bundesasylzentrum beträgt 140 Tage. Asylsuchende, deren Gesuch nicht in einem Bundesasylzentrum entschieden werden kann, weil bspw. weitere Abklärungen notwendig sind, werden bis zum Abschluss des Asylverfahrens einem Kanton zugewiesen und dort untergebracht und betreut.
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1. Empfang im Asylzentrum
Bei der Ankunft in einem Zentrum müssen die Asylsuchenden ein Personalienblatt ausfüllen sowie die Reise- und Identitätspapiere abgeben. Danach wird ihnen ein Zimmer und ein Bett zugeteilt.
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2. Registrierung
Die Asylsuchenden werden registriert und fotografiert. Das Bild und die Personalien werden für die Unterlagen des Asylverfahrens verwendet.
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3. Fingerabdrücke
Den Asylsuchenden werden die Fingerabdrücke abgenommen und mit der europäischen Datenbank "Eurodac" abgeglichen. Mit dem Eurodac-System wird überprüft, ob die Asylsuchenden bereits in einem anderen Staat ein Asylgesuch gestellt haben oder ob sie über ein sicheres Drittland eingereist sind. Falls die jeweiligen Fingerabdrücke bereits in einem anderen Mitgliedsstaat des Dublin-Abkommens registriert sind, ist dieses Land für das Asylgesuch zuständig. Das Dublin-Abkommen soll verhindern, dass Personen gleichzeitig oder nacheinander in mehreren Mitgliedstaaten ein Asylgesuch stellen.
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4. Befragung zur Person
Jede asylsuchende Person erhält vom ersten Tag an eine unentgeltliche Beratung und Rechtsvertretung. In einem ausführlichen Gespräch werden die Asylsuchenden über die Gründe, warum sie Schutz suchen und über ihren Reiseweg in die Schweiz befragt. Bei diesem Gespräch findet auch eine umfassende Erhebung zur Identität, Herkunft und den Lebensumständen der Asylsuchenden statt.
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Bei der Anhörung zu den Asylgründen können die Asylsuchenden detailliert erzählen, aus welchen Gründen sie geflüchtet sind und dies mit Beweismitteln wie beispielsweise Polizeivorladungen, Gerichtsurteilen, Arztzeugnissen oder Fotos dokumentieren. Anhand dieser Informationen prüft das SEM, ob die Person als Flüchtling anerkannt und ihr Asyl gewährt wird. Wird einer Person kein Asyl gewährt, klärt das SEM ab, ob sie in den Heimat- oder Herkunftsstaat zurückkehren kann.
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Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs.1 Asylgesetz).
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Auftrag CHAP-1
Anhörung zu den Asylgründen (Prozess)
Schau den Film «Die Asylanhörung» an. Im Asylzentrum wird jede Person in einem oder in mehreren Gesprächen angehört. In der Regel sind bei dieser Anhörung vier Personen mit dabei. Diese Anhörung ist der Kern des Asylverfahrens.
Notiere die Ziele bzw. Aufgaben, die die Anwesenden bei diesem Gespräch haben. Zusätzliche Informationen zur Asylanhörung findest du ebenfalls online.

Auftrag CHAP-2
Film «Das beschleunigte Asylverfahren in der Schweiz», Entscheid des SEM ermitteln
Im Film «Das beschleunigte Asylverfahren in der Schweiz» werden wesentliche Aspekte des Asylverfahrens erklärt. Schaut zu zweit den Film. Danach recherchiert den Entscheid des Staatssekretariats für Migration SEM und notiert diesen für alle Fluchtfiguren.

Auftrag CHAP-3
Perspektiven – Träume und Realitäten
Der Asylentscheid bedeutet für die Betroffenen eine einschneidende Weichenstellung für die Zukunft. Recherchiere nach, wie deine gewählte Fluchtfigur mit diesem Entscheid umgeht. Halte deine offenen Fragen und deine Gedanken fest. Zum Abschluss des Themas wirst du diese Notizen brauchen.














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Perspektiven

Aufgabe GE-6
Trotz der Bemühungen internationaler Organisationen, Perspektiven vor Ort zu schaffen, fliehen Millionen von Menschen. Ihre Not ist also grösser als der Glaube an eine Zukunft in ihrem eigenen Land.
Was meinst du, was hätte für den Verbleib geholfen? In den sechs Slideshows erfährst du mehr über diese Bemühungen. Entwickle Lösungsvorschläge und halte sie fest.
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Links

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Facts

79,5 Millionen Menschen waren 2019 weltweit auf der Flucht. Mehr als die Hälfte bleiben in ihrer Heimat:
- 45,7 Mio. Binnenvertriebene im eigenen Land
- 29,6 Mio. Flüchtlinge über die Landesgrenze
- 4,2 Mio. Asylsuchende weltweit
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Seit 2010 hat sich die Zahl der vertriebenen Menschen verdoppelt: 41 Millionen im Jahr 2010 versus aktuell 79,5 Millionen.
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Rund 40% der Vertriebenen sind Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren.
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Rund zwei Drittel der Flüchtlinge kommen aus nur sechs Ländern:
- Syrien 6,6 Mio.
- Venezuela 3,7 Mio.
- Afghanistan 2,7 Mio.
- Südsudan 2,2 Mio.
- Myanmar 1,1 Mio.
- Somalia 0,9 Mio.
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Die Hauptlast trägt immer die nähere Umgebung. Mehr als 85% aller Flüchtlinge werden von Schwellen- und Entwicklungsländern aufgenommen:
- Türkei hat 3,6 Mio. Flüchtende aufgenommen
- Kolumbien 1,8 Mio.
- Pakistan 1,4 Mio.
- Uganda 1,4 Mio.
- Sudan 1,1 Mio.
- Deutschland 1,1 Mio.
- Schweiz 110'168

Quelle: UNHCR 2019
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Im 2019 haben 14'269 Personen in der Schweiz ein Asylgesuch eingereicht.
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Asylsuchende, anerkannte Flüchtlinge und Personen mit einer vorläufigen Aufnahme machen rund 1% der Gesamtbevölkerung der Schweiz aus.
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Hingegen beherbergt der Libanon weltweit am zweitmeisten Flüchtlinge in Bezug auf seine Bevölkerung. Jede 7. Person im Libanon ist eine geflüchtete Person. Am meisten aufgenommen hat Insel Aruba in der Karibik mit 6 Flüchtlinge pro Inselbewohner/in.

In Jordanien ist jede 15. Person und die Türkei jede 23. Person geflüchtet.
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Auftrag AZ-1
Versuch anhand der Informationen aus der Homepage herauszufinden, wie Aziz vor der Flucht gelebt hat. Halte deine Ergebnisse zu den vier Begriffen fest und tausche sie mit deinen Kolleg/inn/en aus der Gruppe aus.

Auftrag AZ-2
Die Gründe, weshalb eine Person aus einem Land flüchtet, sind vielschichtig. Verschaffe dir einen Überblick über die Situation (der Hazara) in Afghanistan zum Zeitpunkt von Azizs Flucht und halte die wichtigsten Eckdaten dazu fest. Arbeite auch Azizs Fluchtmotive aus.

Auftrag AZ-3
Beschreibe anhand der Karte die Fluchtroute von Aziz: Durch welche Länder führte seine Flucht?

Auftrag AZ-4
Aziz war über vier Jahre auf der Flucht – oft unter schlimmsten Umständen. Anhand seiner Fluchtgeschichte kannst du dir ein Bild davonmachen. Schreibe stichwortartig zu den Überbegriffen auf, was du über sein Leben auf der Flucht erfahren hast.

Auftrag AZ-5
Die fünf Personen (Aziz, Abdi, Hayat, Malaika und Mohammed) auf der Flucht sind nun alle an einem Ort angekommen, wo sie in Sicherheit sind. Ein Ort jedoch, an dem niemand auf sie ge­wartet hat. Wo sie vielleicht nicht mal willkommen sind. Wie finden sie sich am neuen Ort zurecht? Was haben sie für Möglichkeiten und was sind ihre Träume? Und wie sieht ihre Realität aus? Wie könnte man die Integration am neuen Ort erleichtern?

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«Hallo, mein Name ist Aziz Poladi. Ich bin 31 Jahre alt und stamme aus Bamiyan in Zentral-Afghanistan.»

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«Ich lebte mit meinen Eltern und meiner Schwester zusammen in Bamiyan. Wir gehören zur Volksgruppe der Hazara.»

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«Mein Vater hatte dort ein kleines Lebensmittelgeschäft. Wir wohnen im Stock darüber.»

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«In meiner Freizeit traf ich mich am liebsten mit Freunden, um gemeinsam Drachen zu basteln.»
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«1998 wurde die Situation unerträglich. Die Taliban kamen an die Macht. Sie führten strenge Regeln ein. Frauen durften nicht mehr arbeiten und mussten sich verschleiern. Die Männer mussten Bärte tragen. Mädchen durften nicht zur Schule gehen. Musik, Fernsehen, Kino und Sport wurden verboten.»


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«Wer sich nicht an die Regeln hielt, wurde von den Taliban hart bestraft; manchmal sogar auf offener Strasse hingerichtet.»

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13. Oktober 2000
«Seit der Machtübernahme der islamischen Taliban fürchten wir um unser Leben.  Wir müssen uns verstecken und trauen uns nicht mehr auf die Strasse. Da wir vor Angst buchstäblich krank werden, haben wir entschieden, aus Afghanistan zu fliehen. Wir verkauften unser ganzes Hab und Gut und die ganze Familie flüchtete in den Iran.»
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Drachen-Wettkämpfe
In Afghanistan liefern sich Jungen und Männer erbitterte Drachen-Wettkämpfe. Unter dem Regime der radikal-islamischen Taliban war das beliebte Spiel verboten.
Der Schriftsteller Khaled Hosseini setzte dem Sport 2003 in seinem Bestseller «Der Drachenläufer» ein Denkmal. 2007 brachte der Schweizer Regisseur Marc Forster den Film «The Kite Runner» ins Kino.

Link zu Trailer
Download Bastelanleitung für Drache (PDF)


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«Ich nehme nur das Nötigste mit auf die Flucht: mein Handy, eine Mütze und warme Handschuhe sowie unseren Familienschmuck.»

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Das Männerkleid aus Afghanistan
besteht aus zwei Teilen: einer knielangen Tunika (Kameez) und einer Pluderhose (Salwar). Die Pluderhose hat einen tief geschnittenen Schritt und wird mit einem angenähten Band in der Taille gehalten. 
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Pakol (Mütze) aus Afghanistan
Seit vielen Jahrhunderten tragen Männer in den afghanischen Bergregionen diese wärmende Kopfbedeckung. Obwohl sie nicht von den Taliban eingeführt wurde, erinnert sie uns an diese Gruppierung, da sie oft von ihren Mitgliedern getragen wird.

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Schmuck aus Afghanistan
Schmuck ist Teil der Mitgift, die eine Frau in Afghanistan bei ihrer Heirat erhält. Die Mitgift bleibt auch bei einer Scheidung in ihrem Besitz. Die Ehefrau kann selber über die Verwendung der Mitgift entscheiden.

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«Nach unserer Flucht in den Iran arbeiteten wir illegal als Feld- oder Bauarbeiter. Wir hatten keine Aufenthaltsbewilligung, keine Rechte und kaum Geld.»

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«Mehr als einmal wurde ich verprügelt, weil ich Afghane bin. Im Spital wurde ich nicht behandelt. Und zur Polizei konnte ich natürlich auch nicht. Es war schlimm. Bekannten, die nach Europa geflüchtet waren, ging es besser.»

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«Nach drei Jahren im Iran machte ich mich alleine auf den Weg nach Europa.»

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«Mein Vater fand einen Schmuggler, der mich für 2'000 US-Dollar nach Istanbul bringen sollte. Es wurde vereinbart, dass der Kontaktmann erst dann bezahlt wird, wenn ich zuhause anrufe.»

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«Nach einer langen, anstrengenden Fahrt auf dem Pickup mussten wir zu Fuss und bei grosser Kälte vier Tage lang die Berge durchqueren.»

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«Meine Schuhe fielen auseinander, und als ein alter Mann erschöpft zusammenbrach, erschossen ihn die Schlepper und liessen ihn am Weg liegen.»

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«In der Türkei drängten uns die Schlepper in ein kleines überfülltes Boot, mit dem wir irgendwann in der Nacht Griechenland erreichen sollten.»
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«Als ich eine Schwimmweste verlangte, musste ich diese extra bezahlen»
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«Dann verschwanden die Schlepper und wir waren alleine. Keiner von uns hatte je zuvor ein Boot gesteuert und die meisten konnten nicht schwimmen.»

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«Wir hatten alle schreckliche Angst, dass wir kentern und sterben würden, wie schon so viele andere Flüchtlinge vor uns.»
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Gestorben oder vermisst
Im Jahr 2019 sind im Mittelmeer rund 1’330 Menschen auf der Flucht gestorben oder werden vermisst.
Woher kommen die Menschen, die über das Mittelmeer nach Europa gelangen? 23,0 % sind aus Afghanistan, 15,8 % aus Syrien, 7,1 % aus Marokko, 4,9 % aus Algerien und 4,6 & aus Guinea.

Quelle: UNHCR 2019

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Die Internationale Organisation für Migration (IOM) geht davon aus, dass internationale Schlepperbanden mehr als 10 Milliarden Dollar pro Jahr einnehmen.

Die Schlepper bieten ihre Dienste auch online an. Manche informieren über die aktuellen Routen. Andere bieten falsche Ausweispapiere an; wieder andere eine Fahrt mit dem Schiff oder mit dem LKW.
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«Ich war ein Jahr in Griechenland. Manchmal verdiente ich etwas Geld, manchmal bekam ich Kleider und Essen von einem Hilfswerk.»

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«Schliesslich heuerte ich mit meinen wenigen Ersparnissen weitere Schlepper an, die mich in einem Kühlwagen nach Italien brachten.»

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«Ich wusste, dass Menschen in Kühlwagen schon erfroren oder erstickt waren. Jedoch hatte ich keine andere Wahl.»

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«Von Triest nahm ich den Zug in die Schweiz. Allerdings konnte ich mir kein Ticket leisten und musste deshalb schwarz fahren.»

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«Als mich die Grenzpolizei kontrollierte, erklärte ich ihnen, dass ich Asyl in der Schweiz suche. Daraufhin schickten sie mich umgehend zum Bundesasylzentrum in Chiasso.»
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«Im Bundesasylzentrum teilte ich mit zehn anderen Asylsuchenden ein Zimmer. Ich schlief schlecht und konnte nie alleine sein. Und ausser Deutsch lernen und putzen gab es dort nicht viel für mich zu tun.»
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«Im Spielzimmer kann ich meine Sorgen und Ängste für ein paar Stunden vergessen.»
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«Im Bundesasylzentrum musste ich in einem
Interview erklären, warum ich Asyl in der Schweiz beantrage. Nach einigen Monaten erhielt ich einen Entscheid. Der lautete: Negativ, mit vorläufiger Aufnahme. Das bedeutet, dass ich so lange in der Schweiz bleiben darf, bis sich die Situation in Afghanistan verbessert hat.»

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«In der Schweiz fühle ich mich sicher – aber nur vorläufig. Ich muss meinen Ausweis F regelmässig erneuern. Niemand weiss, ob ich auf Dauer in der Schweiz bleiben darf. Ich hoffe sehr, dass ich eine längerfristige Aufenthaltsbewilligung bekomme.»

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«Nach dem Entscheid ging ich auf Jobsuche, was für vorläufig Aufgenommene jedoch schwierig ist. Viele Arbeitgeber wollen niemanden einstellen, der nur eine vorläufige Bewilligung hat. Aus diesem Grund bezog ich Sozialhilfe. Nach drei Jahren und vielen Absagen habe ich endlich eine Stelle als Küchenhilfe in einem Restaurant gefunden.»

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«Mit dem Geld komme ich knapp über die Runden. Wenn etwas übrig bleibt, unterstütze ich damit meine Familie im Iran. Sie fehlen mir alle sehr. Ich versuche aber in regelmässigem Kontakt mit ihnen zu sein. Mein grosser Traum ist es, in meiner neuen Heimat eine eigene Familie zu gründen.»

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Es gibt Anwohnerinnen und Anwohner, die sich für die Menschen in den Bundesasylzentren engagieren. Sie organisieren diverse Aktivitäten, wie z.B. Aufgabenhilfe und Spiele für Kinder, Sportveranstaltungen, Begegnungs-Cafés, Ausflüge oder Theaterbesuche. Die Zentrumsleitung steht ihnen als Kontakt zur Verfügung. 
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Spind/Kasten
Im Bundesasylzentrum stehen den Asylsuchenden ein Spind/Kasten und ein Bett zur Verfügung. Küche, Essraum und Aufenthaltsraum sowie sanitäre Anlagen teilen sie mit den anderen Asylsuchenden. Pro Tag erhalten sie CHF 3 Taschengeld.

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Vorläufige Aufnahme
Aziz ist kein anerkannter Flüchtling, weil er keine individuelle und gezielte Verfolgung nachweisen kann. Im Interview erklärte er, dass er aufgrund des Krieges aus Afghanistan geflüchtet ist. Da es die Situation derzeit nicht zulässt, Aziz zurückzuschicken, bekommt er eine «vorläufige Aufnahme» (Ausweis F). Bürgerkriege, schwere gesundheitliche Probleme oder unverhältnismässige Bestrafung bei einer Rückkehr können Gründe für eine vorläufige Aufnahme sein.

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Auftrag AB-1
Versuch anhand der Informationen aus der Homepage herauszufinden, wie Abdi vor der Flucht gelebt hat. Halte deine Ergebnisse zu den vier Begriffen fest und tausche sie mit deinen Kolleg/inn/en aus der Gruppe aus.

Auftrag AB-2
Die Gründe, weshalb eine Person aus einem Land flüchtet, sind vielschichtig. Verschaffe dir einen Überblick über die Situation in Somalia zum Zeitpunkt von Abdis Flucht und halte die wichtigsten Eckdaten dazu fest. Arbeite auch Abdis Fluchtmotive aus.

Auftrag AB-3
Beschreibe anhand der Karte die Fluchtroute von Abdi: Durch welche Gebiete führte seine Flucht?

Auftrag AB-4
Abdi war lange auf der Flucht – oft unter schlimmsten Umständen. Anhand seiner Fluchtgeschichte kannst du dir ein Bild davon machen. Schreibe stichwortartig zu den Überbegriffen auf, was du über sein Leben auf der Flucht erfahren hast.

Auftrag AB- 5
Die fünf Personen (Aziz, Abdi, Hayat, Malaika und Mohammed) auf der Flucht sind nun alle an einem Ort angekommen, wo sie in Sicherheit sind. An einem Ort, an dem aber niemand auf sie ge­wartet hat. Wo sie vielleicht nicht mal willkommen sind. Wie finden sie sich am neuen Ort zurecht? Was haben sie für Möglichkeiten und was sind ihre Träume? Und wie sieht ihre Realität aus? Wie könnte man die Integration am neuen Ort erleichtern?

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«Hallo, mein Name ist Abdi Farah. Ich bin ungefähr 50 Jahre alt und komme aus Somalia.»

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«Ich lebte mit meiner Frau und meinen drei Kindern in einem Dorf in der Nähe von Baraawe in Lower Shebelle in Südsomalia.»

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«In der Nacht konnten wir das Rauschen des Meeres hören. Schon als Kind arbeitete ich als Fischer vor der Küste Somalias, die zu den fischreichsten der Welt gehört.»
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«Meine Frau hütete ein paar Ziegen. Abends sassen wir beisammen, erzählten uns Geschichten und sangen.»

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15. September 2008
«Eines Tages griff die Terrorgruppe Al Shabaab unser Dorf an. Dabei kam unser ältester Sohn ums Leben. Aus Angst um unsere Sicherheit ergriffen wir überstürzt die Flucht.»
     
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«Wir nahmen nur das Nötigste mit auf die Flucht: ein Familienfoto, einen Gehstock, ein Fischernetz, mein Somalier-Tuch und einen Holzbehälter für den Transport von Wasser.»
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Fischernetz aus Somalia
An der Küste Somalias lebte man früher als Fischer gut. Doch seit grosse ausländische Fischfrachter das Meer vor Somalias Küsten leerfischen, wird es immer schwieriger, als Fischer zu überleben.
Viele mussten wegen Angriffen auf ihre Dörfer durch die Terrorgruppe Al Shabaab fliehen. Sie verloren damit ihre Einkommensquelle und ihre Lebensgrundlage.
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Gehstock aus Somalia
«Du gibst deinen Gehstock nur demjenigen, der ihn dir zurückgibt» - somalisches Sprichwort. Gehstöcke dieser Art werden in Somalia hergestellt und von nomadisch lebenden Viehzüchtern Somalias auch heute noch gebraucht. 

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«Bei Bekannten fanden wir Unterschlupf. Da nun die Küste von der Terrorgruppe besetzt war, konnte ich nicht mehr fischen und meine Familie versorgen.»

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«Deshalb mussten wir unsere 14-jährige Tochter mit einem 40-jährigen Verwandten verheiraten. Ich hoffe, sie hat ein gutes Leben und muss nicht mehr hungern.»

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Kinderehen
Eine Konsequenz von Naturkatastrohen durch Klimawandel wie Dürren und Überschwemmungen ist der Anstieg von Kinderehen. Diese dezimieren die Anzahl der hungrigen Münder in einer Familie. Projekte zur Stabilisierung der Ernährungssicherheit wirken langfristig dem Hunger entgegen, wie z.B. weniger Verlust von Lebensmitteln durch bessere Lagerung oder durch bessere Verwaltung der vorhandenen Wasserressourcen.
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WFP steht für World Food Programme (Welternährungsprogramm). Das WFP gehört zu den Vereinten Nationen (UNO) und ist die grösste humanitäre Organisation der Welt. Sie versorgt Opfer von Kriegen, Konflikten und Naturkatastrophen mit Nahrungsmitteln. Besonders in Somalia sind viele Menschen aufgrund von bewaffneten Konflikten und wegen des Klimawandels immer häufiger auftretender Dürren auf internationale Nahrungsmittelhilfe angewiesen.
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«Da wir bei unseren Bekannten nicht bleiben konnten, gingen wir nach Merka. Hier brachte meine Frau unser viertes Kind zur Welt. Sie überlebte trotz ärztlicher Hilfe nicht. Auch das Neugeborene starb bei der Geburt. Jetzt bin ich alleine mit unserem jüngsten Sohn.»

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«In Merka nahmen uns entfernte Verwandte auf, die in einer Siedlung am Stadtrand lebten. Zu viert teilten wir uns eine einfache Hütte aus Zweigen und Tüchern, die bei Regen oft unter Wasser stand. Wir schliefen auf einer geflochtenen Matte am Boden.»
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«Da ich mich krank fühlte, ging ich ins MERKA Spital, wo ich erst nach langem Warten untersucht wurde. Der Arzt stellte Tuberkulose fest. Sie ist nicht heilbar – ein grosser Schock. Wenigstens bekomme ich hin und wieder ein Medikament zur Linderung meines Hustens.»

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Geflochtene Matte aus Somalia
Diese kunstvoll geflochtenen Matten und Körbe werden von Frauen hergestellt. Sie gehörten früher in jeden somalischen Haushalt. Heute werden sie ergänzt durch Plastikmatten- und schüsseln aus dem asiatischen Raum. Handgemachtes ist aber immer noch sehr geschätzt und weitverbreitet.

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MERKA-Spital
Das MERKA-Spital, welches von der Schweiz finanziell unterstützt wird, leistet gratis medizinische Hilfe, auch für Binnenvertriebene wie Abdi (Flüchtlinge, die im eigenen Land unterwegs sind). In Somalia gibt es nur einen Arzt bzw. eine Ärztin auf rund 28'570 EinwohnerInnen. In der Schweiz sind es mehr als 4 ÄrztInnen auf 1'000 EinwohnerInnen.
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«Während der Dürre 2011 waren Essen und Trinken sehr knapp. Auf der Suche nach einem besseren Leben flüchteten mein Sohn und ich erneut; dieses Mal nach Mogadischu. Mein Sohn wurde immer schwächer und starb schliesslich an den Folgen seiner Unterernährung.»

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Ziegen
Mit finanzieller Unterstützung der Schweiz linderte das IKRK das Leid vieler Familien durch die Abgabe von 2 - 3 Ziegen pro Familie während der grossen Dürre im 2011.
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«Die Siedlung in Mogadischu, in der ich knapp ein Jahr lebte, wurde zwangsgeräumt. Die Besitzer des Grundstücks wollten uns nicht mehr. Ich musste von Mogadischu weg. Da ich nicht wusste wohin, ging ich nach Afgooye. Ich hörte, dort soll die Situation besser sein. Ich hatte ja nun keine Familie mehr, die mir Schutz bieten konnte. Zu meiner Tochter konnte ich auch nicht, da sie mit ihrem Mann im Ausland lebt.»
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«Hier in Afgooye ist die Lage auch nicht viel besser. Aber ich habe keine andere Wahl. Ich habe meine ganze Familie verloren und manchmal halte ich es vor Kummer kaum aus. Zurück in mein Dorf kann ich nicht, da es immer noch von der Terrorgruppe Al-Shabaab kontrolliert wird. Für einen Schlepper fehlt mir das Geld und für eine erneute Weiterreise bin ich viel zu schwach.»
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«Viel Hoffnung bleibt mir nicht. Aber Bekannte haben mir gesagt, dass wir Vertriebenen im eigenen Land vielleicht mehr Hilfe von den reicheren Ländern bekommen würden. Hoffentlich erhalte ich dann wieder meine Medikamente. Denn seit ich Merka verlassen habe, bekomme ich meine Hustenmedizin nicht mehr gratis.»

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«Zum Glück ist mir das Singen von Poesieliedern geblieben. Mein Traum ist es, mit meinen Poesieliedern genug Geld zu verdienen, dass ich nicht mehr hungern muss. Abends im Bett komponiere ich. Die Lieder geben mir Kraft für den nächsten Tag. Singen ist bei uns Tradition. Ich werde für meinen Gesang geachtet und respektiert; und manchmal bekomme ich sogar etwas Geld dafür.»

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«Ab und zu schickt mir meine Tochter etwas Geld aus dem Ausland. Das hilft mir zwar über die Runden zu kommen. Es ersetzt mir jedoch nicht meine Tochter. Ich vermisse sie sehr. Denn sie ist ja das Einzige, was ich noch habe.»
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Binnenvertriebene
In Somalia lebt die Mehrheit der rund 2,6 Mio. Binnenvertriebenen in informellen Siedlungen. Diese sind oft überbevölkert und schlecht geschützt vor Gefahren wie Feuer oder Unwetter. Es gibt kaum Zugang zu sauberem Wasser, sanitären Anlagen und medizinischer Versorgung.
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Informelle Siedlungen werden oft zwangsgeräumt: jährlich sind davon rund 130'000 Menschen betroffen. Die Vertriebenen sind dann dazu gezwungen, in noch unsicherere Orte mit noch schlechteren Lebensbedingungen zu ziehen.
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CAATEEYE

Wir hatten oft Hunger.
Wir litten oft an Durst.
Doch alles in allem ging es uns gar nicht so schlecht. Das Leben steckt voller Schwierigkeiten, und es ist kurz – so kurz wie eine Reise, die nur eine Nacht lang dauert. Oft gab es zwar nur karge Kost; jedoch hatten wir auch gute Zeiten, zu denen es Fleisch und Milch im Überfluss gab. Auch gab es Tage und Nächte die wir nie vergessen werden. Erinnerst du dich noch an sie, Cutiya? Und wenn Gott es erlaubt, wird das Leben noch weitere schöne Dinge wie diese für uns auf Lager haben.
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Auftrag HA-1
Versuch anhand der Informationen aus der Homepage herauszufinden, wie Hayat vor der Flucht gelebt hat. Halte deine Ergebnisse zu den vier Begriffen fest und tausche sie mit deinen Kolleg/inn/en aus der Gruppe aus.

Auftrag HA-2
Die Gründe, weshalb eine Person aus einem Land flüchtet, sind vielschichtig. Verschaffe dir einen Überblick über die Situation in Syrien zum Zeitpunkt von Hayats Flucht und halte die wichtigsten Eckdaten dazu fest. Arbeite auch Hayats Fluchtmotive aus.

Auftrag HA-3
Beschreibe anhand der Karte die Fluchtroute von Hayat: Durch welche Gebiete führte ihre Flucht?

Auftrag HA-4
Hayat flüchtete nicht alleine. Anhand ihrer Fluchtgeschichte kannst du dir ein Bild davon machen. Schreibe stichwortartig zu den Überbegriffen auf, was du über ihr Leben auf der Flucht erfahren hast.

Auftrag HA-5
Die fünf Personen (Aziz, Abdi, Hayat, Malaika und Mohammed) auf der Flucht sind nun alle an einem Ort angekommen. An einem Ort jedoch an dem niemand auf sie ge­wartet hat. Wo sie vielleicht nicht mal willkommen sind. Wie finden sie sich am neuen Ort zurecht? Was haben sie für Möglichkeiten und was sind ihre Träume? Und wie sieht ihre Realität aus? Wie könnte man die Integration am neuen Ort erleichtern?

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«Hallo, mein Name ist Hayat Hamid. Ich bin 35 Jahre alt und komme aus Syrien.»

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«Dort lebte ich mit meinem Mann Fouad, meinen zwei Kindern und meiner Schwiegermutter Rima in einer schönen Wohnung in Homs.»

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«Mein Mann arbeitete bei der Telekom-Firma. Ich war Lehrerin in einer Primarschule, die sich in der Nähe unserer Wohnung befand. Dort besuchte meine Tochter Leilah die zweite Klasse.»

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«Frühmorgens, wenn die Schülerinnen noch nicht da waren, genoss ich die Ruhe im Klassenzimmer. Eine Klasse mit 30 Mädchen kann unglaublich laut sein. Es war jedoch schön zu sehen, wie meine Schülerinnen das Wissen regelrecht aufsaugten.»

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«Während Leilah und ich in der Schule waren, passte Rima, meine Schwiegermutter, auf meinen Sohn Hamad auf. Am Mittag assen wir zu Hause. Rima kochte oft Tisqiye, den besten Kichererbsen-Auflauf. Freitags trafen wir uns öfter mit der Familie zum Grillen auf dem Land. Wenn alle Familienmitglieder kamen, waren wir manchmal bis zu 40 Personen.»
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15. September 2014
«Als unser Wohnquartier in Homs zwischen die Kriegsfronten geriet, flüchtete ich mit meinen Kindern und meiner Schwiegermutter nach Libanon.»
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«Kurz vor unserer Flucht wurde ein Haus in unserer Nachbarschaft bombardiert. Zum Glück war niemand zuhause. Ziel war offenbar eine Gruppe politisch engagierter Männer, die sich seit einigen Tagen bei uns im Quartiert aufhielten.»
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«Wir hatten Angst, dass wir mit diesen Männern assoziiert und deswegen festgenommen werden. Es blieb uns nichts anderes übrig, als zu fliehen. Mein Mann wollte in Homs bleiben und sich verstecken, um auf unseren Besitz und unsere Wohnung aufzupassen.»

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«Zusammen mit meiner Schwiegermutter und meinen beiden Kindern flüchtete ich in den Libanon. Wir nahmen nur das Nötigste mit auf die Flucht: darunter ein Bild von meinem Mann Fouda, mein Smartphone, mein Lehrerdiplom und den Teddybär von Leilah.»
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«Während der übereilten Flucht erlebten wir qualvolle Stunden der Unsicherheit. Wir nahmen das erstbeste Taxi zum Busbahnhof, um von dort mit einem der unzähligen Sammeltaxis in den Libanon zu fahren.»

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«Wir mussten sehr lange warten, konnten aber schliesslich zu einem horrenden Preis einen Platz in einem der überfüllten Taxis ergattern.»

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«Da unser Taxi Strassensperren und Checkpoints umfahren musste, dauerte es sehr lange, um aus der Stadt herauszukommen. In der Dunkelheit hörten wir Schüsse und Bombenangriffe. Wir hatten fürchterliche Angst.»

Zum Anfang
«Entfernte Verwandte nahmen uns in ihrer Garage auf, die ich mit Tüchern in Schlaf- und Wohnbereich abgetrennt habe. Es ist aber immer noch sehr eng und kahl.»

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«Im Libanon wurden wir vom UNHCR als Flüchtlinge registriert. Pro Monat erhalten wir einen Essens-Coupon im Wert von 20 US-Dollar. Das reicht durchschnittlich für ein Brot pro Tag. Aber so können wir wenigstens etwas zum Essen beisteuern.»
Zum Anfang
«Wir leben nun seit Jahren in der Garage und sind eine grosse Last für unsere Verwandten. Sie versorgen uns mit Essen, Strom und Wasser, wofür wir ihnen sehr dankbar sind. Das einzige, was ich für sie tun kann, ist in ihrem kleinen Laden und im Haushalt aushelfen. Und obwohl sie stets zuvorkommend sind, spüre ich, dass wir sie immer mehr belasten.»
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«Zuhause erledige ich gelegentlich Näharbeiten für die Nachbarschaft. Damit verdiene ich etwas Geld. Ich werde oft für meine Arbeit gelobt. Wir haben es trotz allem hier sehr gut getroffen. Denn auch wenn die Strom- und Wasserversorgung oft unterbrochen ist, haben wir genügend fliessendes Wasser zum Leben.»

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«Meine Schwiegermutter geht es hingegen zunehmend schlechter. Sie hat Diabetes. Wir haben jedoch nicht genügend Geld, zum regelmässig Medikamente zu kaufen.»

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«Unsere Aufenthaltsbewilligung läuft auch bald ab. Ohne sie können wir jederzeit festgenommen werden.»
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«Hier im Norden Libanons wurden durch Hilfsprojekte Schulen saniert und instand gesetzt. Nun kann Leilah zusammen mit anderen syrischen und libanesischen Kindern wieder zu Schule gehen. Diese ist nun sicher und kinderfreundlich. Das lenkt Leilah etwas ab. Denn sie weint nachts oft. Sie träumt dann von den Bomben.»

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«Vielen Freundinnen von Leilah bleibt die Schule aber trotzdem verwehrt. Sie müssen ihren Eltern beim Arbeiten helfen und Geld verdienen. Im Schnitt muss jedes zweite geflüchtete Kind arbeiten und kann nicht zur Schule gehen.»

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«Mein Mann Fouad fehlt mir sehr. Wir können nur sehr selten miteinander telefonieren. Ich mache mir grosse Sorgen um ihn. Ich hoffe aber, dass in Syrien bald wieder Frieden herrscht und wir zu ihm zurückkehren können.»

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«Dank internationaler Hilfe werden kleine Betriebe in Syrien unterstützt. So konnte der Cousin meines Mannes seinen Obst- und Gemüseladen in der Altstadt von Homs wiedereröffnen. Fouad kann da manchmal aushelfen.»

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«Es gibt erste Familien, die in ihre Heimat zurückkehren. Die Angst vor erneuten Angriffen und Verfolgung und damit vor einer erneuten Flucht bleibt allerdings. Zudem ist so vieles im ganzen Land zerstört.»
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Flüchtlingslager
Im Libanon gibt es keine offiziellen Flüchtlingslager für syrische Flüchtlinge. Diese leben verstreut über das ganze Land in Wohnungen, Kollektivunterkünften, halbfertigen Häusern, Garagen, Lagerhallen oder Zeltsiedlungen. Die durchschnittliche Miete beträgt 164 US-Dollar pro Monat (2015).

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Gebetsteppich aus Libanon
Hayat ist Muslimin und betet jeden Tag. Das Gebet ist eine der fünf Säulen des Islams. Fünf Mal am Tag – bei Sonnenaufgang, mittags, nachmittags, bei Sonnenuntergang und am späten Abend – legen Gläubige den Gebetsteppich Richtung Mekka, der heiligsten Stätte des Islams, aus und beten.

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Armut
Trotz finanzieller Hilfe der humanitären Organisationen kommen viele syrische Flüchtlinge nur knapp über die Runden. Das Gastgeberland Libanon stosst ebenfalls an seine Grenzen. Im Jahr 2017 lebten 76% der syrischen Flüchtlinge im Libanon unterhalb der Armutsgrenze (3,84 Dollar pro Tag). Mehr als die Hälfte litt zudem unter extremer Armut.
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Barbunya Fasulye
ist türkisch und bedeutet Feuerbohnen. Sie werden von der türkischen Lebensmittelfirma DURU produziert. DURU wurde 1935 gegründet und hat ihren Sitz in Karaman, im südlichen Mittelanatolien. Obwohl Libanon ein wasserreiches Land ist, können die Bauern dort nicht mit den Billigprodukten aus der Türkei und Ägypten mithalten. Daher werden in Libanon viele Lebensmittel aus der Türkei importiert.
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Wasserknappheit
Es fällt den libanesischen Behörden zusehends schwerer den Grundbedürfnissen der Flüchtlinge und der Lokalbevölkerung gerecht zu werden. Daher unterstützt die Schweiz die Lokalbehörden dabei, ein nachhaltiges Wassermanagementsystem für die Lokalbevölkerung sowie für die Flüchtlinge aufzubauen. Die Flüchtlinge sind allerdings nicht die einzige Herausforderung, mit der die lokalen Wasserbehörden konfrontiert sind. Der Wasserbereich wurde vorher schon über viele Jahren vernachlässigt, was zu einer schlechten Infrastruktur und mangelhaftem Management geführt hat.
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Rofenac D ist ein Schmerzmittel
(hergestellt in Saudi-Arabien und gekauft im Libanon).
Nach so vielen Jahren des bewaffneten Konflikts wird es wird immer schwieriger, die Medikamente bezahlen zu können.
Im Libanon kosten 20 Tabletten 8’468 libanesische Pfund, was rund CHF 5.70 entspricht. Viele Flüchtlinge können sich die Medikamente nach sechs Jahren Krieg nicht mehr leisten. Ihre Ersparnisse sind aufgebraucht, sie haben oft kein Einkommen mehr und die 20-USD-Cash-Voucher brauchen sie für Brot, Seife, usw.
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Träume und Realitäten
Aufgrund der verschärften Auflagen haben viele syrische Flüchtlinge keine gültige Aufenthaltserlaubnis mehr. Sie laufen Gefahr, jederzeit verhaftet zu werden. Sie haben kaum Zugang zu wichtigen Dienstleistungen und erhalten bei allfälligen Missbräuchen keinen Schutz durch Behörden.
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Schweiz saniert Schulen

Seit 2014 saniert die Schweiz Schulen im Nordlibanon. Von diesem Projekt profitieren Kinder, die mit ihren Eltern aus Syrien geflohen sind, sowie auch libanesische Kinder. Die Sanierungen sollen verhindern, dass diese jungen Menschen zu einer verlorenen Generation heranwachsen. Bis 2018 konnten insgesamt 6000 zusätzliche Schülerinnen und Schüler in eine sanierte Schule gehen.

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03 Z-3ha

Unsichere Situation
17 Jahre sind Flüchtling im Durchschnitt in einer unsicheren Situation. Zugang zu Bildung und Ausbildung bewirkt, dass nicht noch eine weitere Generation ohne Perspektiven heranwächst. Eine ganze Generation geflüchteter junger Menschen hat jegliche Hoffnung für die Zukunft verloren. Das Leben in Unsicherheit und extremer Armut erschwert ihnen den Zugang zu Bildung und wirtschaftlichen Möglichkeiten. Sie haben kaum Gelegenheit am sozialen und zivilgesellschaftlichen Leben teilzuhaben und fühlen sich machtlos und frustriert. Das menschliche Kapital dieser Generation, das für die Zukunft der Region unerlässlich ist, läuft Gefahr verloren zu gehen.
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Genfer Konvention

Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts hat der Völkerbund, die Vorgängerorganisation der Vereinten Nationen, mit der Entwicklung einer international gültigen Rechtsgrundlage zum Schutz der Flüchtlinge begonnen. Das „Abkommen über die Rechtsstellung der Flüchtlinge“ – wie der eigentliche Titel der Genfer Flüchtlingskonvention (GFK) lautet – wurde am 28. Juli 1951 verabschiedet. Durch das Zusatzprotokoll von 1967 erhielt sie universale Geltung.
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Bis heute ist die GFK das wichtigste internationale Dokument für den Flüchtlingsschutz. Die Konvention legt klar fest, wer ein Flüchtling ist, welchen rechtlichen Schutz, welche Hilfe und welche sozialen Rechte die Flüchtlinge von den Unterzeichnerstaaten mindestens erhalten sollten. Aber die Konvention definiert auch die Pflichten, die ein Flüchtling dem Gastland gegenüber erfüllen muss und schliesst bestimmte Gruppen – wie z.B. Kriegsverbrecher – vom Flüchtlingsstatus aus.

Insgesamt 148 Staaten sind bisher der Genfer Flüchtlingskonvention und/ oder dem Protokoll von 1967 beigetreten.
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International Schutzb.

Flüchtlinge werden auch als international schutzbedürftige Personen bezeichnet. International geschützt sind aber auch Menschen, die zwar nicht verfolgt werden, denen jedoch bei einer Rückkehr schwerwiegende Gefahren drohen, wie zum Beispiel durch kriegerische Auseinandersetzungen, Unruhen, Umwelt- oder Naturkatastrophen. Anders als diejenigen Menschen, die aus rein wirtschaftlichen Gründen auswandern, können diese – ebenso wie Flüchtlinge – den Schutz ihres Heimatstaates nicht in Anspruch nehmen.
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Humanitäres Visum

Personen, die in ihrem Heimat- oder Herkunftsstaat direkt, unmittelbar und ernsthaft bedroht sind, können auf der dortigen Schweizer Vertretung ein humanitäres Visum beantragen und so eine Einreisebewilligung zur Durchführung eines Asylverfahrens in der Schweiz erhalten. In der Regel ist so ein Visumsgesuch nur aus dem Herkunftsland, nicht aber aus Drittländern möglich.
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Flüchtling

Flüchtlinge sind Menschen, die befürchten, in ihrem Heimatland verfolgt zu werden, aufgrund ihrer Religion, Nationalität, ethnischen Zugehörigkeit, politischen Überzeugung, oder ihrer Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe. Sie sind zur Flucht gezwungen und befinden sich ausserhalb ihres Landes. Mit Hilfe des Asylverfahrens wird festgestellt, wer Flüchtling ist und daher nicht in sein Herkunftsland zurückkehren kann.

Die Grafik zeigt Flüchtlinge, einschliesslich Personen in einer flüchtlingsähnlichen Situation
(Quelle: UNHCR 2019)
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Migrant/in

Migrantinnen und Migranten verlassen ihr Land, um ihr Leben zu verbessern, zu arbeiten oder aus familiären Gründen. Sie können gefahrenlos in ihre Heimat zurückkehren. Während Staaten in Bezug auf Migrantinnen und Migranten weitgehend frei sind, über deren Aufnahme zu entscheiden, sind sie durch internationale Abkommen verpflichtet, den Schutz von Flüchtlingen zu garantieren. Die meisten Migrantinnen und Migranten reisen legal in ihren Aufenthaltsstaat ein. Diejenigen, die diese Möglichkeit nicht haben, können diesen allerdings oftmals nur auf gefährlichen Wegen mit der Hilfe von Schleppern erreichen.
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Globaler Pakt Fl.

Im Dezember 2018 verabschiedete die UN-Generalversammlung den Globalen Pakt für Flüchtlinge. Der Pakt verfolgt das Ziel, durch internationale Zusammenarbeit und Solidarität besser auf zukünftige Fluchtbewegungen reagieren und dauerhafte Lösungen finden zu können. Der Pakt hat vier zentrale Ziele:
 1. Den Druck auf die Aufnahmeländer mindern;
 2. Flüchtlinge aus der Abhängigkeit von humanitärer Hilfe befreien;
 3. Den Zugang zu Resettlement und anderen humanitären Aufnahmeprogrammen ausweiten;
 4. Die Bedingungen für eine sichere und freiwillige Rückkehr in das Heimatland fördern.
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Binnenvertriebene

Binnenvertriebene: Personen oder Personengruppen, die gezwungen oder genötigt wurden, ihren Wohnort aufgrund eines bewaffneten Konflikts, allgemeiner Gewalt, Menschenrechtsverletzungen oder aufgrund von Naturkatastrophen zu verlassen und die keine international anerkannte Staatsgrenze überschritten haben. Sie werden auch Internally displaced persons (IDPs) genannt.
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Komplemtärer Schutz

Als „komplementären“ oder „subsidiärer Schutz“ bezeichnet man den Schutzstatus, der international schutzbedürftigen Personen gewährt wird, die keinen Flüchtlingsschutz erhalten. Einen solchen Status gibt es im nationalen Recht vieler Staaten und auch im EU Recht. In der Schweiz gibt es einen solchen Status dagegen bisher nicht. International schutzbedürftige Personen erhalten eine vorläufige Aufnahme. Die Einführung des subsidiären Schutzes wird allerdings von vielen Experten und Organisationen, so auch EKM und UNHCR, gefordert. Auch der Bundesrat setzt sich für die Schaffung eines solchen Status ein.
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Nasen Initiative

Die Nansen Initiative, die im Oktober 2012 von der Schweiz und Norwegen gemeinsam lanciert wurde, kam Ende 2015 formell zum Abschluss. Die Initiative zielte darauf ab, den Schutz von Menschen zu verbessern, die aufgrund von Naturkatastrophen ins Ausland flüchteten. In einem nächsten Schritt geht es darum, die Schutzagenda, welche die Erkenntnisse und Schlussfolgerungen der Nansen Initiative enthält, umzusetzen. Dafür wurde ein Nachfolgemechanismus geschaffen - die Plattform on Disaster Displacement - welcher am World Humanitarian Summit im Mai 2016 in Istanbul lanciert wurde und im Juli 2016 seine Arbeit unter der Präsidentschaft von Deutschland aufgenommen hat. Die Schweiz wird sich auch in Zukunft aktiv engagieren und als Mitglied der Plattform die Umsetzung der Schutzagenda unterstützen.
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Staatenlose

Staatenlose sind Personen, die keine Staatsangehörigkeit haben. Staatenlosigkeit ist ein grosses, weltweit vorkommendes Problem, dessen Ausmass und Folgen für die Betroffenen jedoch wenig Anerkennung findet. Das Thema Staatenlosigkeit ist politisch sensibel. Viele Regierungen haben deswegen keine genauen Zählungen der Betroffenen durchgeführt. Nach neueren Untersuchungen geht man von zehn Millionen Betroffenen weltweit aus. Diese sind nicht nur in Entwicklungsländern, sondern auch in Industrieländern anzutreffen. Staatenlosigkeit kann verschiedene Ursachen haben, wie beispielsweise Diskriminierung, Lücken im Staatsangehörigkeitsgesetz eines Staates oder Zerfall von Staaten.
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Staatenlose können viele Rechte im Land, in dem sie leben, nicht wahrnehmen und erfahren erhebliche Benachteiligungen. Der Zugang zur Schule und zur Arbeit oder auch selbstverständliche Dinge wie heiraten, reisen oder Eigentum zu besitzen, wird ihnen erheblich erschwert. Für sie ist es zudem in vielen Ländern mit grossen Schwierigkeiten verbunden, im Krankenhaus eine Behandlung in Anspruch zu nehmen, Klage vor einem Gericht zu erheben oder ein Bankkonto zu eröffnen. Rechtlich gesehen existieren diese Menschen nur in einer Schattenwelt. Sie sind wenig sichtbare Aussenseiter in der Gesellschaft.
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Non Revoulment

Das Non-Refoulement Prinzip verbietet die Auslieferung, Ausweisung oder Rückschiebung einer Person in ein anderes Land, in welchem sie befürchten muss, verfolgt zu werden. Es steht in der Genfer Flüchtlingskonvention.
Art. 33 «Verbot der Ausweisung und Zurückweisung»

(1) Keiner der vertragschliessenden Staaten wird einen Flüchtling auf irgendeine Weise über die Grenzen von Gebieten ausweisen oder zurückweisen, in denen sein Leben oder seine Freiheit wegen seiner Rasse, Religion, Staatsangehörigkeit, seiner Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen seiner politischen Überzeugung bedroht sein würde. 
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(2) Auf diese Vorschrift kann sich jedoch ein Flüchtling nicht berufen, der aus schwerwiegenden Gründen als eine Gefahr für die Sicherheit des Landes anzusehen ist, in dem er sich befindet, oder der eine Gefahr für die Allgemeinheit dieses Staates bedeutet, weil er wegen eines Verbrechens oder eines besonders schweren Vergehens rechtskräftig verurteilt wurde. Manchmal wird das Non-Refoulement Prinzip „Rückschiebungsverbot“ genannt. Ähnliche Refoulement-Verbote sind in anderen Menschenrechtsverträgen, wie der Europäischen Menschenrechts Konvention (EMRK) verankert. In ihrem Art. 24 übernimmt die Bundesverfassung ebenfalls dieses Prinzip.
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Auftrag MO-1
Versuch anhand der Informationen aus der Homepage herauszufinden, wie Mohammed vor der Flucht gelebt hat. Halte deine Ergebnisse zu den vier Begriffen fest und tausche sie mit deinen Kolleg/inn/en aus der Gruppe aus.

Auftrag MO-2
Die Gründe, weshalb eine Person aus einem Land flüchtet, sind vielschichtig. Verschaffe dir einen Überblick über die Situation in Syrien zum Zeitpunkt von Mohammeds Flucht und halte die wichtigsten Eckdaten dazu fest. Arbeite auch Mohammeds Fluchtmotive aus.

Auftrag MO-3
Beschreibe anhand der Karte die Fluchtroute von Mohammed: Durch welche Länder führte seine Flucht?

Auftrag MO-4
Mohammed hat Schlimmes vor seiner Flucht erlebt. Anhand seiner Fluchtgeschichte kannst du dir ein Bild davon machen. Schreibe stichwortartig zu den Überbegriffen auf, was du über sein Leben auf der Flucht erfahren hast.

Auftrag MO-5
Die fünf Personen (Aziz, Abdi, Hayat, Malaika und Mohammed) auf der Flucht sind nun alle an einem sicheren Ort angekommen.  An einem Ort, an dem niemand auf sie ge­wartet hat. Wo sie vielleicht nicht mal willkommen sind. Wie finden sie sich am neuen Ort zurecht? Was haben sie für Möglichkeiten und was sind ihre Träume? Und wie sieht ihre Realität aus? Wie könnte man die Integration am neuen Ort erleichtern?

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«Hallo, mein Name ist Mohammed Abdulla. Ich bin 34 Jahre alt und komme aus Syrien. Meine Frau Batoul und ich haben zwei Kinder, Walid und Amina.»
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«Wir lebten in Homs. Vor dem Kriegsausbruch war Homs eine blühende Stadt. Wir hätten nie gedacht, dass wir einmal flüchten müssen. Ich hatte einen guten Job als Ingenieur und meine Frau Batoul war Krankenpflegerin.»

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«Sprössling Walid entwickelte sich prächtig, und selbst unsere Tochter Anina genoss trotz ihres Herzfehlers ein beschwerdefreies Leben. Uns fehlte es an nichts. Wir hatten ein eigenes Haus, immer genug zu essen und viel Besuch.»

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«Bei einer friedlichen Demonstration gegen die syrische Regierung wurde ich von bewaffneten Sicherheitskräften festgenommen und in ein Gefängnis gesteckt. Jeden Tag wurde ich geschlagen und erniedrigt. Mehrmals in der Nacht kamen Männer in meine Zelle und schütteten mir einen Eimer Wasser über den Kopf.»
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«Zwei Monate wurde ich unrechtmässig gefangen gehalten und gefoltert. Auch mit Elektroschocks und Stockschlägen. Sie glaubten, ich sein ein politischer Aktivist und wollten Informationen von mir. Da ich aber nichts wusste und sie keine Beweise gegen mich hatten, liessen sie mich wieder frei. Diese Zeit war die Hölle für mich. Sie hat mich seelisch gebrochen.»
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13. April 2012
«Ich hatte grosse Angst und wollte nur noch weg aus Syrien. Wir nahmen nur das Nötigste mit auf die Flucht: ein Handy, einige Kleider, Medikamente sowie unsere syrischen Reisepässe. Auf unserer Flucht kurz vor der libanesischen Grenze wurden wir von fünf Männern aufgehalten. Sie zielten mit Kalaschnikows auf uns und verlangten für die Weiterfahrt eine grosse Summe Geld. Wir konnten bezahlen, doch dann waren fast unsere ganzen Ersparnisse weg.»
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«Gleich nachdem wir beim Cousin meiner Frau angekommen waren, liessen wir uns bei UNHCR als Flüchtlinge registrieren. Mit ihrer finanziellen Unterstützung, unseren letzten Ersparnissen und der Hilfe unserer Verwandten kamen wir knapp über die Runden.»

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«Nach zwei Jahren im Libanon wählte uns das UNHCR für das Resettlement-Programm aus. Denn ich konnte mich im Libanon nicht von den Folgen der Folter erholen. Die medizinische und psychologische Versorgung fehlte und ich hatte ständig Angst. Wir hatten ja kein Aufenthaltsrecht im Libanon.»

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«Zudem verschlechterte sich der Gesundheitszustand meiner Tochter, weil wir uns die Medikamente zur Behandlung ihres Herzfehlers nicht leisten konnten.»

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«Wir haben viele Geschichten von Familien gehört, die mit Schleppern illegal nach Europa gelangen wollten. Viele starben beim Versuch oder wurden irgendwo festgehalten.»

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«Dank des Resettlement-Programms dürfen wir legal nach Europa. Wir wurden bereits im Libanon über das Leben in der Schweiz informiert. Aber es ist dennoch schwer, sich das Leben in einem Land mit einer so anderen Kultur vorzustellen. Wir konnten jedoch unser Glück kaum fassen. In der Schweiz können wir ein neues Leben beginnen.»

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Iris Scanner
Mit einem solchen Iris Scanner arbeitet UNHCR im Libanon. Das Scannen der Iris ist neben der Aufnahme der persönlichen Daten Bestandteil des Registrierungsverfahrens der Flüchtlinge. Das Scannen der Iris dient der eindeutigen Identifizierung der Person.
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Rapidus 50 ist ein Medikament gegen Migräne und posttraumatische Stresssymptome. Das Medikament wurde in Saudi-Arabien hergestellt und im Libanon gekauft. Es kostet 8'774 libanesische Pfund, was rund CHF 5.70 entspricht. Viele Flüchtlinge können sich die Medikamente nach sechs Jahren Krieg nicht mehr leisten. Ihre Ersparnisse sind aufgebraucht, sie haben oft kein Einkommen mehr und die 20-USD-Cash-Voucher brauchen sie für Brot, Seife, etc.
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«Nachdem wir in der Schweiz einige Tage in einem grossen Asylzentrum waren, kamen wir gemeinsam mit acht anderen Familien in ein kleineres Zentrum.»

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«Da wir bereits anerkannte Flüchtlinge waren, blieben uns weitere Interwies erspart. Auch konnten wir bereits an Sprach- und Integrationskursen teilnehmen.»

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«Acht Monate später zogen wir in eine Dreizimmerwohnung. Und nach einem viermonatigen Deutsch-Intensivkurs gehen unsere Kinder zur Schule. Mein Diplom als Elektroingenieur ist in der Schweiz leider nicht anerkannt. Obwohl ich mich hier so gerne nützlich machen würde, kann ich keine Arbeit finden. Sobald ich besser Deutsch spreche, möchte ich eine Lehre als Elektrotechniker machen.»

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«Meine Frau Batoul würde auch gerne als Krankenpflegerin arbeiten. Aber auch ihre Ausbildung ist hier nicht anerkannt. Wir hoffen, dass wir mit der Unterstützung unseres Betreuers eine geeignete Arbeit finden werden. Wenigstens kann Batoul älteren Menschen in der Nachbarschaft beim Einkaufen helfen und so ihr Deutsch verbessern.»

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«Meine Depressionen erschweren mir das Deutschlernen. Es braucht viel Geduld. Die Kinder sprechen bereits ohne Probleme Deutsch und haben schon viele Freunde. Sie haben sich hier gut eingelebt, wofür ich sehr dankbar bin. Wir vermissen unsere Verwandten in Syrien und machen uns grosse Sorgen um die Zurückgebliebenen.»

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Set von Toilettenartikeln (Hygiene-Kit)
Neu ankommende Asylsuchende leben zuerst in einem Bundesasylzentrum. Dort erhält jeder Asylsuchende ein Set von Toilettenartikeln (Hygiene-Kit). Dieses besteht aus einer Zahnbürste, Zahnpasta, Duschmittel, Shampoo und je nach Geschlecht einem Rasierset oder Damenbinden.
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Aufgrund des kurzen Aufenthalts in den Bundesasylzentren besuchen Kinder von Asylsuchenden dort nicht die öffentliche Schule, sie können jedoch Deutschkurse besuchen. Sobald die Kinder in die Unterkunft eines Kantons kommen, werden sie in die normale Schule eingeschult.
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Asylsuchende/r

Ein/e Asylsuchende/r ist eine Person, die in einem Land, dessen Staatsangehörigkeit sie nicht besitzt, um Asyl – also um Aufnahme und Schutz – ersucht und deren Asylverfahren noch nicht abgeschlossen ist.
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Resettlement

Seit der Ratifizierung der Genfer Flüchtlingskonvention 1955 hat die Schweiz regelmässig Flüchtlingsgruppen aufgenommen (Kontingentspolitik). Der Bundesrat beschliesst alle zwei Jahre ein Programm für die Aufnahme von 1500 bis maximal 2000 Resettlement-Flüchtlingen.
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Seit Juli 2011 ist der Südsudan unabhängig vom Sudan und ist somit jüngster Staat der Welt. Die staatlichen Einnahmen stammen zu 95% aus der Ölproduktion.

Hauptstadt Juba

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Im Jahr 2013 brach im Südsudan ein Bürgerkrieg um die politische Führung des Landes aus. Die Gewaltverbrechen richten sich gegen bestimmte ethnische Gruppen.
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2,2 Millionen sind aufgrund des bewaffneten Konflikts auf der Flucht, was rund einem Drittel der Bevölkerungszahl der Schweiz entspricht.
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Etwa die Hälfte der Menschen im Südsudan ist derzeit auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen.
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Bis vor kurzem besass der Südsudan einer der grössten Viehbestände pro Einwohner.
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Auftrag MA-1
Versuch anhand der Informationen aus der Homepage herauszufinden, wie Malaika vor der Flucht gelebt hat. Halte deine Ergebnisse zu den vier Begriffen fest und tausche sie mit deinen Kolleg/inn/en aus der Gruppe aus.

Auftrag MA-2
Die Gründe, weshalb eine Person aus einem Land flüchtet, sind vielschichtig. Verschaffe dir einen Überblick über die Situation in Südsudan zum Zeitpunkt von Malaikas Flucht und halte die wichtigsten Eckdaten dazu fest. Arbeite auch Malaikas Fluchtmotive aus.

Auftrag MA-3
Beschreibe anhand der Karte die Fluchtroute von Malaika: Durch welche Gebiete führte ihre Flucht?

Auftrag MA-4
Malaika war lange auf der Flucht – oft unter schlimmsten Umständen. Anhand ihrer Fluchtgeschichte kannst du dir ein Bild davonmachen. Schreibe stichwortartig zu den Überbegriffen auf, was du über ihr Leben auf der Flucht erfahren hast.

Auftrag MA-5
Die fünf Personen (Aziz, Abdi, Hayat, Malaika und Mohammed) auf der Flucht sind nun alle an einem Ort angekommen, an dem sie in Sicherheit sind. An einem Ort jedoch, an dem niemand auf sie ge­wartet hat. Wo sie vielleicht nicht mal willkommen sind. Wie finden sie sich am neuen Ort zurecht? Was haben sie für Möglichkeiten und was sind ihre Träume? Und wie sieht ihre Realität aus? Wie könnte man die Integration am neuen Ort erleichtern?

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«Hallo, mein Name ist Malaika Awuor Deng Garang. Ich bin 16 Jahre alt und komme aus dem Südsudan.»

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«Dort lebte ich mit meinen Eltern und vier Geschwistern in einem Dorf am Rand des Sudd – einem Sumpfgebiet im Norden des Landes.»

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«Meine Familie gehört zur ethnischen Gruppe der Dinka.»

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«Um unseren Lebensunterhalt zu bestreiten, hatte mein Vater Kühe und meine Mutter ein paar Ziegen.»

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«Daneben verkaufte meine Mutter selbstgebrautes Hirsebier auf dem Wochenmarkt. Manchmal durfte ich sie begleiten, und einmal habe ich sogar heimlich davon probiert.»

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«Ich vermisse meine Freundinnen, mit denen ich oft Halsketten aus gefärbten Samen gebastelt habe.»

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Kette aus Samen aus Südsudan
Diese Ketten aus Samen und anderen natürlichen Materialien sind in Ost- und Westafrika weitverbreitet. Sie werden von Frauen entweder für den Eigengebrauch oder für den Verkauf auf lokalen Märkten oder an Zwischenhändler hergestellt.

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15. September 2014
«Nachdem unser Dorf überfallen wurde, mussten wir fliehen. Bei diesem ersten Überfall kamen meine Eltern und zwei meiner Geschwister ums Leben. Meine zwei jüngeren Brüder und ich konnten uns in den Busch retten.»

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«Als ich mal wieder beim Feuerholz sammeln war, hörte ich Schreie. Ich rannte schnell zurück. Dieses Mal sind die Soldaten bis zu unserem Versteck in den Busch vorgedrungen. Meine Brüder waren spurlos verschwunden.»

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«Nach langem Suchen fand ich heraus, dass meine Brüder entführt wurden. Da ich schreckliche Angst hatte, auch rekrutiert zu werden, musste ich ebenfalls weggehen.»

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«Darum schloss ich mich einer Gruppe Jugendlicher an, die ins Flüchtlingslager Kakuma in Kenia unterwegs waren.»

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«Auf die Flucht nehme ich nur das Nötigste mit: Ein Tuch mit Proviant, eine Plane als Regenschutz, meine Flip-Flops, ein paar Kleider und einen kleinen Wasserkanister.»

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«Das Wasser, das ich auf der Flucht getrunken habe, war meist sehr schmutzig.»

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«Auf der Flucht hatte ich einige traumatische Erlebnisse: Als ich eines Abends alleine Feuerholz für das Nachtlager suchte, wurde ich überfallen und vergewaltigt.»

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«Es war das Schlimmste, was ich je erlebt habe. Darüber zu sprechen fällt mir heute noch schwer.»

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1'200 km bis Kakuma
Zehensandalen (Flip Flops)
sind im Südsudan sehr verbreitet. Meist werden Zehensandalen aus Plastik getragen, da sie billiger sind. Zehensandalen aus Leder sind etwas Besonderes.
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«Nach mehreren Wochen Fussmarsch durch Buschland und Steppe kam ich schliesslich im Flüchtlingslager Kakuma an.»

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«Im Flüchtlingslager in Kakuma wurde ich nach meinem Namen, Alter und meiner Herkunft gefragt. Ich besitze zwar keine Ausweispapiere, aber aufgrund meiner Gesichtszüge und meinen Hauttätowierungen ist klar, dass ich aus dem Südsudan stamme und Dinka bin.»

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«Nachdem meine Fingerabdrücke abgenommen wurden, erhielt ich eine Rationenkarte für Essen und Wasser. Mein Schlafplatz wurde mir in einem gesonderten Teil des Lagers für unbegleitete Minderjährige zugeteilt.»

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«Seit mehreren Wochen habe ich am Morgen immer so ein Übelkeitsgefühl. Ich bin daher ins Spital gegangen. Man fand heraus, dass ich schwanger bin. Was ein grosser Schock für mich war. Das muss bei der Vergewaltigung passiert sein.»

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«Aufgrund der Schwangerschaft erhielt ich eine weitere Rationenkarte, mit der ich frische Lebensmittel in verschiedenen kleinen Läden im Lager beziehen kann.»

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«Ich teile mir eine Hütte mit anderen Frauen. Wir kochen gemeinsam auf einem Solarkocher und wechseln uns beim Wasser holen ab. Ich bin so froh, dass wir diesen Solarkocher haben. So müssen wir nicht mehr so häufig Holz suchen und sind weniger gefährdet.»

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«Beim Kochen plaudere ich öfters mit den anderen Frauen. Sie geben mir viele nützliche Tipps zur Schwangerschaft.»

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«Da das Lager schlecht beleuchtet ist, vermeide ich es, nachts alleine unterwegs zu sein. Ich habe Angst, in der Dunkelheit angegriffen zu werden. Ein wenig Abhilfe schaffen die Solarlaternen an den zentralen Orten. So kann ich auch mal nachts auf die Toilette gehen.»

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«Bei einer Veranstaltung wurde das Ausbildungsprogramm Skills for Life vorgestellt, für das ich mich sofort angemeldet habe. Jetzt kann ich Lesen, Schreiben und Rechnen und bin gerade dabei, meine Ausbildung als Schneiderin abzuschliessen.»

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«Ich träume davon, eines Tages ein kleines Schneidergeschäft im Lager zu eröffnen.»

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«Es kursieren Gerüchte, dass die kenianische Regierung das Lager schliessen will. Am liebsten würde ich in meine Heimat zurückkehren, um meine Brüder zu suchen. Aber solange der Bürgerkrieg dort anhält, ist es zu gefährlich.»

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«Zudem mache ich mir Sorgen um die Zukunft. Darum überlege ich mir, das Heiratsangebot von Moses anzunehmen. Er ist zwar schon 45 Jahre alt und ich liebe ihn nicht, aber er könnte mich unterstützen und mich und mein Kind beschützen.»
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Kinder ohne Eltern
Wenn die Kämpfe beginnen, laufen die Kinder oft davon und finden ihre Eltern nicht mehr. Sie sind dann noch verletzlicher und schutzloser gegenüber erzwungener Kinderarbeit, Zwangsrekrutierungen, Missbrauch, etc. Familienzusammenführungen geben diesen unbegleiteten Kindern mehr Schutz und neue Perspektiven. Allein im Südsudan werden rund 11‘000 Kinder vermisst oder sind ohne Eltern unterwegs.
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Organisationen wie zum Beispiel das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) setzen sich dafür ein, dass vermisste Kinder ausfindig gemacht und mit überlebenden Familienangehörigen zusammengeführt werden. In Flüchtlingslagern wird dann via Megaphon nach den Familien gesucht.

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Das UNHCR und seine Partner übernehmen die Grundversorgung der Flüchtlinge. Sie decken die grundlegenden Bedürfnisse wie Unterkunft, Wasser, Nahrung, medizinische Versorgung und Primärbildung ab.

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In Kakuma leben über 180'000 Flüchtlinge in vier Sektoren. Die Mehrheit stammt aus dem Südsudan, Somalia und dem Sudan.

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Das Lager ist wie eine Stadt: es gibt 22 Schulen, zwei Spitäler und viele Läden. Eine Stadt, die man aber nicht verlassend darf.

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Essens-Voucher aus Kakuma/Kenia
Mit dieser Karte können die Menschen im Flüchtlingslager ihre Lebensmittelrationen beziehen. Beim Abholen der Esswaren wird die Karte gelocht, um zu vermeiden, dass die Rationen zweimal bezogen werden. Abgegeben wird in der Regel eine Karte pro Haushalt unter Berücksichtigung der Haushaltsgrösse. Auf der Rückseite der Karte werden der Name und die Anzahl Personen vermerkt. Zukünftig werden vermehrt elektronische Voucher diese Karte ersetzen.

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Wasserkanister
Das Wasser im Lager Kakuma/Kenia wird aus bestehendem Grundwasser bezogen und mit Pumpen aus der Tiefe heraufgepumpt. Flüchtlinge können ihre tägliche Wasserration von 20 Liter pro Person mit einem Wasserkanister an Gemeinschaftsbrunnen abholen. In der Schweiz liegt der durchschnittliche Wasserverbrauch pro Person bei 160 Liter pro Tag.

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Sexuelle Übergriffe beim Sammeln von Feuerholz sind für Frauen und Kinder leider keine Seltenheit. Dies kann z.B. durch gewalttätige Banden, aber auch durch Soldaten an den Checkpoints passieren. Aber auch Schlangen und andere wilde Tiere, vergrabene Landminen oder nicht explodierte Munition bedrohen ihr Leben bei der täglichen Suche. Wer daher in Begleitung Holz sammelt, ist besser vor sexuellen Übergriffen, Verschleppungen oder wilden Tieren geschützt.

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Mit Solarkochern können Mahlzeiten ohne Feuerholz für eine fünf- bis sechsköpfige Familie zubereitet werden. Das mit Alufolie verpackte Kartonpapier reflektiert die Sonnenstrahlen auf einen schwarzen Kochtopf. Dieser ist von einem hitzeresistenten „Bratschlauch“ umgeben, der die Wärmeabgabe nach aussen verhindert. Einfache Solarkocher können vor Ort zusammengesetzt werden (12 – 15 US$). Man spart bis zu 20% Brennholz.

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Hygieneartikel
Frauen auf der Flucht haben oft keinen Zugang zu Binden- und Hygieneartikeln. Die monatliche Periode wird zur Bedrohung. Viele Frauen werden krank, weil sie Binden mehrmals verwenden müssen oder nicht sauber auswaschen können oder verschmutzte Tücher benützen müssen. Daher werden Menstruationskit an Frauen abgegeben mit sauberem Kessel, Wäscheschnur- und -klammern, Seife und auswaschbaren Binden. Diese auswaschbaren Binden können bis 12x ausgewaschen und wiederbenutzt werden Dazu gehört auch eine Gebrauchsanleitung in Bildern. Denn leider dürfen immer noch viele Frauen nicht in die Schule gehen und können daher nicht lesen und schreiben. Gleichzeitig wird man mit der Bildsprache auch der Sprachenvielfalt gerecht.
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Solarlampe
Malaika fühlt sich nachts beim Gang aufs WC nicht sicher vor Überfällen. Zum Glück geben die Strassen-Solarlampen ein wenig Licht. Sie fühlt sich so sicherer. Auch ist sie froh, wenigstens eine kleine Solarlampe in der Hütte zu haben. Die Solar-Campinglampe kann tagsüber in der Sonne aufgeladen werden .
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Kostüm
Malaika konnte am Ausbildungsprogramm «Skills for Life» teilnehmen und eine Ausbildung als Schneiderin machen, um unter anderem solche farbenfrohe Kostüme zu nähen. Sie möchte Designerin werden und später selbstständig sein.
Das Programm Skills for Life wurde von der DEZA in Kooperation mit Swisscontact initiiert. In diesem Programm können verschiedene Berufe gelernt werden. Das Erlernen eines Berufs ermöglicht es, sich später den Lebensunterhalt selber zu verdienen.

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Schliessung
Angesichts der beschränkten internationalen Unterstützung ist immer wieder eine Schliessung des Lagers im Gespräch. Sollte das passieren, müssten viele Flüchtlinge dorthin zurückkehren, wo ihnen grosse Gefahren drohen. Die internationale Gemeinschaft setzt sich dafür ein, dass dies vermieden werden kann und führt Gespräche mit der kenianischen Regierung dazu.

UN-Generalsekretär trifft den Präsidenten von Kenia (26. Januar 2018, Addis Ababa, Ethiopia)
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Rund 70 % der Bevölkerung leben von der Landwirtschaft.

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Zwanzig Jahre litten die Menschen in Somalia unter dem seit 1991 anhaltenden Bürgerkrieg nach dem Sturz des Diktators: Es ging um Clanrivalitäten, Konflikte um politische Macht, knappes Wasser und Land.

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Das Land scheint sich jedoch mit der neuen Regierung, die 2012 mit internationaler Hilfe gebildet wurde, langsam zu stabilisieren. Allerdings kämpft diese neue Regierung immer noch gegen die mit Al-Quaida verbundenen Terrorgruppe Al-Shabaab und deren Übergriffe auf die Bevölkerung.

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0,9 Millionen sind aufgrund des bewaffneten Konflikts auf der Flucht, was rund ein Zehntel der Bevölkerungszahl der Schweiz entspricht.

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Somalia hat eines der modernsten Telekommunikationssysteme Afrikas.

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Bis Ende der 1960er Jahre wurde der Libanon als «Schweiz des Orients» bezeichnet. Später ist er wiederholt Schauplatz verschiedener Konflikte geworden.

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Libanon anerkennt 18 Religionsgemeinschaften. Die Schweiz anerkennt 4 Religionsgemeinschaften.

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Hunderttausende Menschen sind wegen der Syrienkrise in den Libanon geflohen.

Der Libanon beherbergt weltweit am zweitmeisten Flüchtlinge in Bezug zu seiner Bevölkerung.

Heute gibt es dort fast 1 Million syrische und palästinensische Flüchtlinge, was eine enorme Belastung für das Land mit einer Bevölkerung von nur rund 6,8 Millionen Menschen ist. Die meisten Syrierinnen und Syrier haben sich in provisorischen Lagern niedergelassen und leben unter äusserst schwierigen Bedingungen.

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Allein in der Bekaa Ebene, an der Grenze zu Syrien, ist jeder zweite Einwohner ein syrischer Flüchtling. Die einheimische Bevölkerung hat bis jetzt die vielen Vertriebenen mit einer bemerkenswerten Grosszügigkeit aufgenommen. Dennoch sind die Flüchtlinge eine grosse Last für das Land, das auf dem besten Weg ist, die Grenzen seiner Aufnahmekapazität zu erreichen.

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Sängerin Shakira ist Libanesin, ihr Vater stammt ursprünglich aus dem Libanon.
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Damaskus, die Hauptstadt von Syrien, ist über 7000 Jahre alt. Vor Kriegsbeginn war ein Drittel der Berufstätigen in Syrien im Industriesektor tätig.

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Auslöser des Bürgerkriegs waren friedliche Proteste, die Anfang 2011 im Zuge des Arabischen Frühlings gegen die syrische Regierung abgehalten wurden.

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Dieser Protest eskalierte und wurde schnell zum bewaffneten Konflikt. Die Stadt Homs war eine der ersten Städte, die stark bombardiert wurde. Einige Stadtteile sind komplett zerstört.

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6,6 Millionen sind aufgrund des bewaffneten Konflikts auf der Flucht, was rund 4/5 der Bevölkerungszahl der Schweiz entspricht.
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Syrien wird als Geburtsort der ersten Zivilisation der Welt, Mesopotamien, betrachtet.


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Rund 75 % der Einwohner leben in Dörfern, während in der Schweiz nur noch 16 % auf dem Land leben.

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Seit Ende der 1970er Jahre gibt es in Afghanistan endlose kriegerische Auseinandersetzungen und keinen Frieden mehr.

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In Afghanistan gibt es keine Sicherheit. Im Durchschnitt ereignen sich im Land täglich über 60 Sicherheitsvorkommnisse. Seit 2015 wird Afghanistan auch vom IS bedroht.

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2,7 Millionen sind aufgrund des bewaffneten Konflikts auf der Flucht, was rund einem Drittel der Bevölkerungszahl der Schweiz entspricht.

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Afghanistan ist das Ursprungsland der Karotte.
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Seit Ende 2017 ist die muslimische Minderheit der Rohingyas die fünftgrösste Flüchtlingsgruppe der Welt.
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Insgesamt sind über die Jahre schätzungsweise 1,1 Millionen Rohingyas über die Grenzen von Myanmar in die Nachbarländer geflohen. Dies entspricht rund 13% der Schweizer Bevölkerung.

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Bangladesch nahm seit seiner Unabhängigkeit in den 1970er und 1990er Jahren wiederholt Rohingya-Flüchtlinge auf. Der jüngste Exodus von über 700‘000 Rohingyas nach Bangladesch ist jedoch die grösste je erfolgte Fluchtbewegung.

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Myanmar – das frühere Burma – ist das Ursprungsland von blutroten Rubinen, dem kostbarsten Farbedelstein.
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Das Gangesdelta (auch Ganges-Brahmaputra-Delta oder Bengal-Delta genannt) ist das weltweit grösste Delta. Ein Grossteil des Landes Bangladesch liegt in diesem Flussdelta mit seinen rund 240 Flussarmen.

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Text
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Die Honig- und Wachsproduktion gibt den Imkern in Darfur neue Hoffnung.


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Als im Jahr 2003 in Darfur im Westen Sudans der Krieg ausbrach, suchten Tausende Zuflucht in den Lagern für intern Vertriebene – unter ihnen auch Abdul-Aziz und seine Familie.

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Als der Kleinbauer und seine Frau ihr Dorf verliessen, verloren sie alles, was sie hatten.
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Im Lager von Mukjar in Westdarfur fand Abdul-Aziz jedoch keine Perspektive, auch weil das Vertriebenenlager enorm überbelegt war.

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Die beiden beschlossen, in ihr Dorf nach Bindisi zurückzukehren, in der Hoffnung, die Landwirtschaft und Imkerei wieder aufzunehmen – wohlwissend, dass die Situation auch dort nicht besser war.

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Doch Abdul-Aziz hatte Glück und konnte sich einem neuartigen Imkereiverband anschliessen.

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«Dank dem Projekt kann ich nun meine Familie ernähren. Ich produziere Honig und Wachs, die ich auf dem lokalen Markt verkaufe.»
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Am Projekt und den Kursen beteiligen sich zahlreiche Frauen – unter ihnen auch die
21-jährige sechsfache Mutter Nor Elsham Abdlgadir Mohamed.
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«Ich verarbeite jede Woche 50 bis 60 Portionen Bienenwachs. Damit verdiene ich wöchentlich 28 Franken. Das reicht, um die ganze Familie durchzubringen.»
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Das mit finanzieller Unterstützung der DEZA umgesetzte Honigprojekt gab den Menschen einen neuen Hoffnungsschimmer und verbindet humanitäre Nothilfe mit längerfristigem Wiederaufbau und Entwicklung.
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Im Flüchtlingslager von Kakuma im Norden Kenias leben rund 185‘000 Menschen – etwas mehr als in der Stadt Basel.

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Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer in Flüchtlingslagern beträgt heute weltweit 17 Jahre.

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Auch Menschen im Lager brauchen Perspektiven, Beschäftigung und Einkommen, um nicht vollständig von fremder Unterstützung abhängig zu sein.

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Während Flüchtlinge sich oft nicht in den lokalen Arbeitsmarkt integrieren dürfen, hat die lokale Bevölkerung wiederum keinen Zugang zu Hilfsleistungen und Unterstützung, welche an Flüchtlinge geleistet werden.

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Zur Förderung der Integration steht das Projekt „Skills 4 Life“ in Kakuma sowohl Menschen aus dem Lager als auch der lokalen Bevölkerung offen.

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Die Teilnahme am Projekt ist freiwillig. Es gibt weder Entschädigung noch Gratismahlzeiten – ausschlaggebend ist alleine die Motivation, die eigene Situation zu verbessern.

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Die informelle und kostengünstige Ausbildung in Form von „learning by doing“ gibt es in 12 Fachrichtungen wie z.B. Landwirtschaft, Maurerhandwerk, Kehrrichtmanagement, Computer- und Handyreparatur, Wäscherei, Schneiderei und Weberei.

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Ergänzend dazu gibt es eine Grundausbildung in Lesen und Rechnen sowie ein Training von wirtschaftlichen und sozialen Kompetenzen.

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Die Grundausbildung dauert vier bis fünf Monate, ist praxisorientiert und bringt den Teilnehmenden nebst viel Wissen auch Selbstbewusstsein und zum Abschluss ein Zertifikat.

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Der Anteil der Frauen liegt bei rund 55%.

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«Sehr erfreulich ist die Tatsache, dass sich mehrere Lerngruppen des Projekts bereits zu kleinen Unternehmen zusammengeschlossen haben.»
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«Das Pilotprojekt soll die Vorlage für ein informelles Berufsbildungspaket werden, das wir zukünftig auch in anderen Flüchtlingssituationen modulartig aktivieren können.»
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Das im Auftrag der DEZA von der Schweizer Stiftung Swisscontact umgesetzte Projekt bringt den Menschen Würde, reduziert im Kleinen Armut und schafft Perspektiven.

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Afghanistan gehört zu den ärmsten und instabilsten Ländern der Welt. Durch eine breite Palette an Programmen zur Stärkung von lokalen Regierungsstrukturen, Förderung der Menschenrechte und Unterstützung der sozioökonomischen Entwicklungen, leistet die DEZA einen nachhaltigen Beitrag zur Armutsminderung.

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Menschenrechte sind Frauenrechte.

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Armut, Kriegstraumata und fehlende Erfahrung im zwischengeschlechtlichen partnerschaftlichen Umgang führen dazu, dass es viel häusliche Gewalt gibt, mit fatalen Folgen für die Frauen.

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Die Ausbildung von Polizistinnen ist ebenfalls ein Anliegen der Schweiz in Afghanistan. Insbesondere bei häuslicher Gewalt braucht es ausgebildete Polizistinnen als Ansprechpersonen.

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Die Schweiz unterstützt zudem die afghanische Menschenrechtskommission, welche konkrete Fälle von häuslicher Gewalt untersucht, sowie Medica Afghanistan, eine lokale NGO, die Opfern von häuslicher Gewalt mit psychologischer und legaler Unterstützung hilft.

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Ein wichtiges Menschenrecht ist das Recht auf Bildung.
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87% der Frauen können weder lesen noch schreiben. Die breite Bevölkerung beharrt aber mehr und mehr auf die Bildungsmöglichkeiten ihrer Töchter und wehrt sich mutig gegen die Schliessung von Schulen in Gebieten, die von Aufständischen beeinflusst sind.

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Die Schweiz unterstützt zwei Projekte zur Erhöhung der Einschulungsraten von Mädchen in vier Provinzen in Nordafghanistan. Dabei werden lokale Bevölkerung und religiöse Führer (Mullahs) für die Bedeutung von Bildung für Mädchen sensibilisiert, und gezielt weibliche Lehrkräfte auf Sekundarschulniveau gefördert.

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Frauenrechte sind auch politischer Natur. Mitte Juni 2014 haben tausende Frauen während der Präsidentschaftswahlen ihre Stimme abgegeben. Sie sind stundenlang vor den Wahlbüros Schlange gestanden und zeigten mit Stolz ihre tintengefärbten Finger, als Beweis, dass sie wählen gingen.

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Im Vorfeld der Wahlen wurden Massnahmen getroffen, um die Teilnahme von Frauen zu ermöglichen: Menschenrechtsorganisationen sensibilisierten Frauen auf ihre politischen Rechte und forderten sie auf, zur Wahl zu gehen. Zudem wurde in die Ausbildung weiblicher Sicherheitskräfte investiert, welche die Sicherheit der Wählerinnen gewährleisteten.

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Die Schweiz fördert eine erhöhte Frauenvertretung und einen gleichberechtigten Zugang zu Regierungsbehörden auf nationaler sowie lokaler Ebene.
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Im Zentrum ihres sozioökonomischen Engagements in den ländlichen Regionen des Landes fördert die Schweiz Frauen als Produzentinnen und Marktteilnehmende.
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Im Zentrum ihres sozioökonomischen Engagements in den ländlichen Regionen des Landes fördert die Schweiz Frauen als Produzentinnen und Marktteilnehmende.

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Bäuerinnen ernten Weizen, Gemüse, Obst und Kartoffeln und verkaufen diese Produkte auf dem Markt. Sie verdienen somit einen kleinen Lohn und tragen zu verbessertem Wohl der ganzen Familie bei.

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Millionen Menschen, die aufgrund von Naturkatastrophen oder Armut ihre Heimat verlassen müssen, erhalten gemäss Genfer Flüchtlingskonvention vom Jahr 1951 keinen Flüchtlingsstatus und haben somit auch kein Anrecht auf Schutz.

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Hier setzt die Nansen-Initiative an, welche die Schweiz im Jahr 2012 gemeinsam mit Norwegen lanciert hat.

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Diese Schutzagenda listet konkrete Massnahmen auf, um zukünftige Vertreibung aufgrund des Klimawandels zu verhindern. Dazu gehören auch Programme, welche auf eine bessere Anpassung an den Klimawandel ausgerichtet sind.

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Gerade hier kann die Schweiz mit ausgewiesenem Fachwissen und innovativen Ansätzen unterstützen, z.B. in Glaziologie, Wassermanagement, Risikoprävention, Energiesparen, Waldwirtschaft und Verminderung der Luftverschmutzung.

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Weil Indien, China und Peru Gletscher haben, die ebenso wie die unseren zusehends schmelzen, sind diese Länder an einer Zusammenarbeit mit der Schweiz interessiert.

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«Aufgrund unserer Studien in den Alpen verfügen wir über solides Klimafachwissen. Dieses vermitteln wir an lokale Wissenschaftler, damit sie das Verhalten ihrer Gletscher selber beobachten können.»
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«Sie kennen ihrerseits das gesellschaftliche Umfeld, was für Anpassungsmassnahmen entscheidend ist und Leben retten kann.»
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In Peru konnte so ein Frühwarnungssystem für den Gletschersee Laguna realisiert werden. Der Abbruch riesiger Eisblöcke brachte ihn schon mehrmals zum Überschwappen und löste zerstörerische Hochwasser aus.

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Nun erhält die wenige Kilometer entfernte Stadt Carhuaz Informationen in Echtzeit und kann die Bevölkerung im Notfall evakuieren.

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Die Partikelfiltertechnologie ist ein weiterer Kompetenzbereich der Schweiz. Sie hat sich in den 1990er Jahren als eines der ersten Länder dem Abgasproblem bei Dieselmotoren angenommen.

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Der Bund – bestrebt die Gesundheit von Bauarbeitern zu schützen – erreichte, dass heute Filter in Baumaschinen mehr als 97% der Feinstaubpartikel zurückhalten.

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Bei einem ersten von der DEZA zwischen 2004 – 2009 verwirklichten Projekt konnten über 3‘000 öffentliche Busse in Santiago de Chile mit Filtern ausgerüstet werden. Der Erfolg weckte das Interesse anderer südamerikanischer und chinesischer Städte, die ihre Busflotte oder Baumaschinen modernisieren wollten.

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«Man weiss heute, dass Feinstaub krebserregend ist und Atemwegserkrankungen hervorruft.»
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«Weniger bekannt ist, dass die Russpartikel auch ein wichtiger Faktor der globalen Erwärmung sind und dass sie durch Ablagerung auf den Gletschern deren Abschmelzen beschleunigen.»
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Der Stadtteil Hay Al-Gharbeh liegt ein paar Kilometer südlich vom lebhaften Zentrum Beiruts der Hauptstadt Libanons entfernt. Die Menschen in Hay Al-Gharbeh leben unter sehr prekären Umständen.

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In diesem Elendsquartier und in den umliegenden Vierteln wie dem Palästinenserlager Schatila leben Libanesen, syrische Vertriebene, palästinensische Flüchtlinge und auch Wanderarbeiter zusammen.

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In Libanon, das kleiner ist als die Schweiz, ist fast jeder vierte Bewohner ein Flüchtling.

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Der demografische Druck im Zusammenhang mit der Einwanderung ist in allen Bereichen des täglichen Lebens spürbar. Er wirkt sich hier in armen Gegenden noch stärker aus, wo der Bedarf an Bildung, medizinischer Versorgung und Wasser besonders gross ist.

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Desshalb hat die libanesische Hilfsorganisation Tahaddi 2010 ein Bildungszentrum im Stadtteil Hay Al-Gharbeh aufgebaut.

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Das Dach der Schule dient als Pausenhof und ist die einzige Spielzone im ganzen Viertel. Das Zentrum sorgt im Leben der Kinder für eine gewisse Normalität.

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Heute besuchen über 350 Schülerinnen und Schüler verschiedene Programme des Tahaddi-Zentrums: Vier Vorschulklassen, elf Primarklassen und rund hundert Kinder im Nachhilfeunterricht.

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Seit 2012 nimmt das Tahaddi-Bildungszentrum auch syrische Flüchtlingskinder auf. Einige von ihnen sind von dem, was sie in Syrien erlebt haben, so traumatisiert, dass sie nicht mehr richtig sprechen können.

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Die Kinder, die nie eine Schule besucht oder sie abgebrochen haben, können hier einen Unterricht besuchen, der den Vorgaben des nationalen Bildungswesens entspricht. Der Lehrplan ist zudem ihrem sozial schwierigen Kontext angepasst.

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Die Hilfsorganisation Tahaddi wird durch eine gemeinsame Finanzierung des Fürstentums Liechtenstein und der Schweiz unterstützt. Sie ermöglicht den Meistbenachteiligten eine reelle Chance.

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Bangladesch nahm seit seiner Unabhängigkeit in den 1970er und 1990er Jahren wiederholt Rohingya-Flüchtlinge auf. Der jüngste Exodus von über 700'000 Rohingyas nach Bangladesch ist jedoch die grösste je erfolgte Fluchtwelle.

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Der Grund dafür waren erneute Gewaltausbrüche in Rakhine, welcher als ärmster Gliedstaat Myanmars gilt.

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Heute leben knapp eine Million Flüchtlinge aus Myanmar im Distrikt Cox’s Bazar im Süden von Bangladesch. Sie leben in überfüllten Lagern unter prekären Bedingungen.

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Die Lebensbedingungen sind Besorgniserregend, da der Raum, der den Menschen zur Verfügung steht, stark eingeschränkt ist. Diese engen Lebensbedingungen erhöhen das Risiko für Krankheitsausbrüche und Epidemien.

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Zusätzlich ist das Gebiet von Cox’s Bazar stark von Naturgefahren wie Wirbelstürme und durch den Monsun hervorgerufene Erdrutsche sowie Überschwemmungen bedroht.

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Eine der grössten Herausforderungen ist der Zugang zu Trinkwasser, der in der Region sowieso nur sehr begrenzt ist.

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Zudem gibt es nicht genügend Toiletten. Die Fäkalien müssen unter beträchtlichem Aufwand weggeschafft werden. Diese Aufgabe übernehmen die Flüchtlinge selbst. Sie werden für dieses Engagement entschädigt.

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«Erwachsene lernten, wie man Wasser mit Tabletten, die die Bakterien töten’ trinkbar macht», erzählt Kim Müller, Mitglied des Schweizerischen Korps für humanitäre Hilfe aus seinem Einsatz.

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Frauen und Mädchen erhalten waschbare Binden und Unterwäsche. Zudem wurden separate sanitäre Einrichtungen erstellt. Denn Flüchtlingsfrauen haben oft ungenügende Intimität, um ihre Menstruation in Würde zu tragen.

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Um die lokalen Aufnahmekapazitäten für die einheimische Bevölkerung und die Flüchtlinge in zwei Spitälern in der Region Cox’s Bazar zu erhöhen, lieferte die Humanitäre Hilfe der DEZA Diagnoseausrüstungen und Geräte.

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Dank dem humanitären Engagement haben die Flüchtlinge verbesserten Zugang zu Trinkwasser, Nahrung, sanitären Einrichtungen, Unterkünften und medizinischer Versorgung.

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Händewaschen kann Leben retten.
In vielen Flüchtlingslagern, wo Tausende von Menschen Zuflucht suchen, herrscht bedrohliche Wasserknappheit, was wiederum zu mangelnder Hygiene führt. In den Lagern werden pro Person nur 7 bis 11 Liter Wasser verteilt. Der durchschnittliche tägliche Wasserverbrauch in der Schweiz beträgt 163 Liter. Mit ausreichend sicherem* Trinkwasser und Hygienemittel wie Seife könnten endemische Krankheiten wie Cholera besiegt werden.

*Sicheres Trinkwasser bedeutet, dass sie frei von krankheitserregenden Bakterien sind.

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Im Wasserschloss Schweiz müssen wir lediglich den Wasserhahn aufdrehen, um sauberes sowie sicheres Trinkwasser zu erhalten. Das ist jedoch nicht überall der Fall:

«Wir waren viele Tage lang in der Sahara. Da ich dringend Flüssigkeit brauchte, trank ich meinen eigenen Urin.»
(Unbegleiteter minderjähriger Flüchtling aus Somalia, 17 Jahre)


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Du bist tage- oder wochenlang unterwegs. Brot oder getrocknete Mahlzeiten sind lange haltbar und deswegen ein guter Proviant für Flüchtende. Jeder neunte Mensch auf dieser Erde geht hungrig schlafen. Viele davon sind auf der Flucht. Daher werden zusätzlich Essens- oder Bargeldgutscheine verteilt. Mit diesen Gutscheinen können die Menschen ihre Lebensmittelrationen beziehen oder in Lebensmittelgeschäften einkaufen. Mit 20 US-Dollar kann man im Libanon in der Regel einen Monat lang täglich einen Laib Brot kaufen.

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Wie wichtig ist dein Smartphone in deinem Alltag? Könntest du ohne dein Handy deine Heimat verlassen? Handys sind heute nicht nur zum Kommunizieren da, sie geben uns auch Zugang zu unseren Bankdaten und Geldkontos. Ausserdem sind sie eine Art Fotoalbum, in dem man Fotos von seinen liebsten Personen speichert. Jedoch ist hier auch Vorsicht geboten: die Daten auf deinem Handy, wie zum Beispiel die Verbindungsdaten und Fotos deiner Familie, werden heute oft als Erpressungsmittel mit Androhung von Gewalt an den zurückgebliebenen Personen durch Schlepper und Kriminelle missbraucht.
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Schlepper sind teuer, und man braucht unterwegs viel Bargeld. Nach wie vor sind Bargeld oder Schmuck oft das einzig akzeptierte Zahlungsmittel auf der Flucht.

«Als wir den Schleusern nicht so viel Geld geben konnten, wurden viele von uns vergewaltigt.» (Meron, 32, aus Eritrea)
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Bist du auf ein bestimmtes Medikament angewiesen, wie beispielsweise ein Antiallergikum?
Medikamente sind für Flüchtende oft zu teuer. Rofenac D ist zum Beispiel ein Schmerzmittel gegen Arthritis und Rheumatismus. Im Libanon, wo jede 5. Person ein Flüchtling ist, kosten 20 Tabletten 8’468 libanesische Pfund, was rund CHF 5.70 entspricht. Viele Flüchtlinge können sich die Medikamente nicht mehr leisten. Ihre Ersparnisse sind aufgebraucht, sie haben oft kein Einkommen mehr und brauchen das Geld, das sie erhalten, für das tägliche Überleben (Brot, Reis, Wasser, Strom, etc.)
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Zum Camping nehmen viele Schweizerinnen und Schweizer ein Sackmesser mit. Mit seinen vielen Funktionen ist es der praktische Allrounder für jede Lebenslage: Dosen- und Flaschenöffner, Klinge, Korkenzieher, Holzsäge, Schraubenzieher und was man eben sonst noch für den Outdoor Urlaub braucht. Daher wäre ein Schweizer Sackmesser auch ein perfektes Hilfsmittel für die Flucht.
Haben Messer in anderen Kulturen eine andere Bedeutung? Wie sieht es in eurer Klasse aus? Wer kennt und hat ein Sackmesser? Für wen sind Messer tabu?

Zum Anfang
Gute Schuhe können überlebenswichtig sein, da Flüchtende oft tagelang in der Wüste oder in den Bergen zu Fuss unterwegs sind. Gute Schuhe bieten daher Schutz vor Hitze, Verletzungen und Kälte. Allerdings können sich viele Flüchtende keine Schuhe leisten und tragen oft Zehensandalen aus Plastik, da sie billiger sind. Zehensandalen aus Leder sind bereits etwas Besonderes.

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Ohne Pass oder Identitätskarte kannst du dich nicht ausweisen. Viele der rund 70 Millionen Flüchtenden weltweit besitzen keine Dokumente. Daher erfolgt heutzutage die Registrierung von Flüchtlingen weltweit oft via Iris-Scanner und ist neben der Aufnahme der persönlichen Daten Bestandteil des Registrierungsverfahrens. Das Scannen der Iris dient der eindeutigen Identifizierung der Person. In der Schweiz wird nach einem positiven Asylentscheid oder einer vorläufigen Aufnahme ein sogenanntes «Laissez-Passé-Dokument» ausgestellt, wenn keine Identitätspapiere vorhanden sind.

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Steckbrief

Name: Tesfaye
Vorname: Helen
Geboren: 1996
Staatsbürgerschaft: Eritrea
Ethnie: Tigrinya
Sprache: Tigrinya
Religion: Orthodox Christian
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Wie sah es in Eritrea vor meiner Flucht aus?
Seit dem Ausbruch des Grenzkonfliktes mit Äthiopien im Jahr 2002 gilt in Eritrea der Ausnahmezustand. Damit einher geht ein Nationaldienst, der für Männer und Frauen obligatorisch ist. Oft bedeutet die Einberufung zum Nationaldienst die Verrichtung von Zwangsarbeit auf unbestimmte Dauer. Auch existieren in Eritrea weder Presse- und Meinungsfreiheit noch eine unabhängige Justiz. Immer wieder wird über Folterungen in den eritreischen Haftanstalten berichtet.

«Ich bin in die Schweiz gekommen, weil ich in meiner Heimat zu einem brutalen Militärdienst ohne Ende gezwungen werde.»
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Alltag während des Asylprozesses
«Im Zentrum gibt es kaum Privatsphäre. Ich teile das Zimmer mit sieben anderen Frauen und kann meine Freundinnen nicht einladen. Der Zutritt zu den Bundesasylzentren ist nicht öffentlich, um die Privatsphäre der Asylsuchenden zu wahren. Unter der Woche von 9.00 bis 17.00 Uhr sowie an Wochenenden können Asylsuchende Freunde und Verwandte besuchen.»
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Entscheid
Da Helen bereits in Italien registriert ist, erhält sie einen Nichteintretensentscheid Dublin und muss nach Italien zurück. Bei einem Nichteintretensentscheid wird das Asylgesuch von den Schweizer Behörden nicht vertieft geprüft. Das Dublin-Abkommen regelt, welcher Mitgliedstaat für die Bearbeitung eines Asylgesuchs zuständig ist. So soll sichergestellt werden, dass ein Gesuch innerhalb der EU nur einmal geprüft werden muss. Eine Person muss in dem Staat Asyl beantragen, in dem sie den Dublin-Raum erstmals betreten hat. Italien ist für ihr Asylgesuch zuständig.
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«In Italien kenne ich niemanden. Hier habe ich meinen Cousin und meine Freundinnen. Was soll ich bloss tun?»
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Perspektiven
«Ich wurde nach Italien zurückgebracht. Zurzeit lebe ich in einem Asylzentrum in der Nähe von Rom. Ich bin immer noch traurig, dass ich nicht in der Nähe von meinem Cousin bleiben durfte. Aber ich hoffe sehr, dass Italien mir Schutz gewährt und ich nicht in mein Land zurückkehren muss. Ab und zu hüte ich bei einer Familie drei Kinder. Mit ihnen fällt das Italienischlernen leicht. Die Sprache gefällt mir und ich möchte sie so schnell wie möglich gut sprechen. Vielleicht kann ich ja irgendwann meinen Cousin besuchen.»
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Steckbrief

Name: Bahri
Vorname: Yasin
Geboren: 1992
Staatsbürgerschaft: Tunesien
Ethnie: Araber
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Wie sah es in Tunesien vor meiner Flucht aus?
2010 verbrannte sich in Tunesien ein Händler auf offener Strasse, weil er seinen Gemüsestand – seine Existenzgrundlage - wegen fehlender Genehmigung schliessen musste. Diese Selbstverbrennung gilt als Auslöser für die Revolution in Tunesien, welche zu einer Reihe demokratischer Reformen führte. Solange aber die grundlegenden wirtschaftlichen Bedürfnisse der Bevölkerung nicht befriedigt werden können und die Jugend keine Zukunftsperspektive hat, bleibt der Auswanderungsdruck weiterhin bestehen.

«In Tunesien finde ich keine Arbeit, Tunesien ist ein armes Land. Um meine Familie trotzdem unterstützen zu können, bin ich nach Europa gekommen, in der Hoffnung, hier eine Arbeit zu finden.»
Zum Anfang
Alltag während des Asylprozesses
«Bei den gemeinnützigen Arbeitseinsätzen kann ich ein Taschengeld verdienen und komme mit Schweizerinnen und Schweizern in Kontakt. Die Asylsuchenden in den Bundeszentren können an gemeinnützigen Arbeitseinsätzen teilnehmen. Diese Arbeiten kommen der Allgemeinheit zugute. Asylsuchende beseitigen beispielsweise nach Überschwemmungen Geröll, halten Wanderwege instand oder kümmern sich um die Mülltrennung.»
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Entscheid
Bereits nach zwei Wochen erfährt Yasin, dass sein Gesuch abgewiesen wird und er die Schweiz verlassen muss. Fehlende Perspektiven und Armut sind gemäss Asylgesetz keine Gründe, um Asyl zu gewähren. Steht einer Rückkehr in den Herkunftsstaat nichts entgegen, wird das Asylgesuch abgelehnt und die betroffene Person muss die Schweiz verlassen. Wenn die Person freiwillig zurückkehrt und sich in der Schweiz nicht strafbar gemacht hat, kann sie Rückkehrhilfe beziehen.
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«Ich muss definitiv nach Tunesien zurück. Meine Familie hat mir für die Reise nach Europa viel Geld geliehen. Ich wollte hier eine Arbeit finden, um meine Familie zu unterstützen. Ich schäme mich, mit leeren Händen zurückzukehren. Zum Glück bekomme ich Rückkehrhilfe. Ich möchte in meiner Heimat eine Motorrad-Werkstatt aufbauen. Dafür bekomme ich von der Schweiz eine kleine Starthilfe.»
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Perspektiven
«In Tunis habe ich mit der fachlichen und finanziellen Unterstützung der Schweiz eine eigene Motorradwerkstatt eröffnet. Zurzeit läuft es gut und ich kann meinen Lebensunterhalt bestreiten. Das macht mich stolz.
Meine Eltern sind froh, dass ich wieder zuhause bin. Sie meinen, ich sei reifer geworden. Damit haben sie recht. Leider mussten sie sich verschulden, um meine Reise zu finanzieren. Ich möchte mein Geschäft ausbauen und damit meiner Familie helfen.»
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Steckbrief

Name: Mahdavi
Vornahme: Ashkan
Geboren: 1993
Staatsbürgerschaft: Iran
Ethnie: Perser
Sprache: Persisch
Religion: Muslim
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Wie sah es im Iran (Islamische Republik) vor meiner Flucht aus?
Minderheiten werden im Iran stark unterdrückt. Personen, die sich gegenüber der iranischen Regierung kritisch äussern, haben mit harten Bestrafungen ohne faire Gerichtsverfahren zu rechnen. Auch Körperbestrafungen und Hinrichtungen werden im Iran regelmässig durchgeführt. In den Gefängnissen droht den politisch Gefangenen oft Misshandlung, Folter und fehlende medizinische Versorgung.

«Weil ich meine Meinung frei geäussert habe, wurde ich als Verräter der Revolution angesehen und musste ins Gefängnis.»
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Alltag während des Asylprozesses
«Ich befinde mich zwischen Hoffen und Bangen. Zum Glück gibt es Seelsorger, die mir bei der Bewältigung meiner Probleme helfen. In jedem Bundesasylzentrum ist ein Seelsorger vor Ort. Ausserdem steht für Asylsuchende aller Religionsgemeinschaften ein Raum der Stille zur Verfügung.»

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Entscheid
Ashkan wird als politischer Flüchtling anerkannt. Er darf in der Schweiz bleiben und bekommt eine Aufenthaltsbewilligung B. Gezielte politische Verfolgung ist ein Asylgrund. Ehegatten und Kinder von anerkannten Flüchtlingen dürfen in die Schweiz einreisen und erhalten ebenfalls Asyl. Die Integration wird vom Kanton unterstützt und gefördert. Flüchtlinge können in allen Branchen arbeiten.
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«Ich bin dankbar, dass mich die Schweiz als Flüchtling anerkannt hat, nachdem ich im Iran mehrmals wegen meiner politischen Aktivitäten verhört und inhaftiert worden war. Hier in der Schweiz kann ich endlich meine Meinung frei äussern. Doch ich hoffe, eines Tages in den Iran zurückkehren zu können.»
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Perspektiven
«Ich bin sehr glücklich, hier in der Schweiz ein neues Leben beginnen zu können. Vielleicht kann ich ja eines Tages sogar mein Studium abschliessen. Es wird nicht einfach sein. Zuerst muss ich meine Französischkenntnisse verbessern. Ich treffe mich regelmässig mit einem Schweizer Studenten zum Sprach-Tandem. Dabei lerne ich viel über die hiesige Kultur. Ich vermisse meine Familie und mein Leben im Iran sehr. Es sind die alltäglichen Dinge – die Gerüche, die Speisen, die Stimmen meiner Mutter und meiner Geschwister. Ich habe zwar schon einige Freunde in der Schweiz gefunden – meist Landsleute aus dem Iran – aber die Einsamkeit holt mich immer wieder ein. Es ist nicht einfach, alles hinter sich zu lassen.»
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Steckbrief

Name: Abdulla
Vornahme: Mohammed
Geboren: 1982
Staatsbürgerschaft: Syrien
Sprache: Arabisch
Religion: Muslim

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Wie sah es in Syrien vor meiner Flucht aus?
Auslöser des Bürgerkriegs waren friedliche Proteste, die Anfang 2011 im Zuge des Arabischen Frühlings gegen die syrische Regierung abgehalten wurden. Dieser Protest eskalierte und wurde schnell zum bewaffneten Konflikt. Die Stadt Homs war eine der ersten Städte, die stark bombardiert wurde. Einige Stadtteile sind komplett zerstört. Vor dem Kriegsausbruch war Homs eine blühende Stadt.
Zum Anfang
Alltag während des Asylprozesses
«Ich bin froh, werden meine Kinder schon während dem Asylverfahren unterrichtet. Aufgrund des kurzen Aufenthalts in den Bundesasylzentren besuchen Kinder von Asylsuchenden dort nicht die öffentliche Schule, werden jedoch im Zentrum unterrichtet. Sobald die Kinder in die Unterkunft eines Kantons kommen, werden sie in die normale Schule eingeschult.»
Zum Anfang
Entscheid
Flüchtlinge, die über das Resettlement-Programm in die Schweiz kommen, erhalten in kürzester Zeit ihren Flüchtlingsstatus. Mohammed und seine Familie erhalten eine Aufenthaltsbewilligung B. Die kantonalen Behörden bieten Sprach- sowie Integrationskurse an, damit die Flüchtlinge das Leben und die Gewohnheiten in der Schweiz besser kennenlernen. In gewissen Kantonen werden auch Potenzialabklärungen für eine bessere berufliche Integration angeboten.
Zum Anfang
«Wir sind so erleichtert, endlich in Sicherheit zu sein. Ich leide immer noch an den Folgen der Folter und falle immer wieder in schwere Depressionen. «In der Schweiz kann ich endlich zu einem Psychiater, der mir bei der Verarbeitung der traumatischen Erlebnisse hilft.»
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Perspektiven
"Mein Berufsabschluss als Ingenieur wird hier nicht anerkannt. Kurzfristig fand ich Arbeit in der Reinigung in einem Spital. Ich bin zwar sehr froh, mein eigenes Geld verdienen zu können, jedoch würde ich gerne meine Fähigkeiten als Ingenieur einbringen. Meiner Frau geht es als gelernte Krankenpflegerin genauso. Wir hoffen, dass wir mit der Unterstützung unseres Betreuers eine geeignete Arbeit finden werden.
Meine Depressionen erschweren mir das Deutschlernen. Ich würde hier gerne eine Lehre machen, jedoch ist mein Deutsch noch nicht gut genug. Es braucht viel Geduld. Die Kinder sprechen bereits ohne Probleme Deutsch und haben schon viele Freunde. Sie haben sich hier gut eingelebt, wofür ich sehr dankbar bin."
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Steckbrief

Name: Poladi
Vornahme: Aziz
Geboren: 1984
Staatsbürgerschaft: Afghanistan
Ethnie: Volksgruppe der Hazara
Sprache: Persisch (Paschtunisch und Dari)
Religion: Muslim

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Wie sah es in Afghanistan vor meiner Flucht aus?
Seit Ende der 1970er Jahre gibt es in Afghanistan endlose kriegerische Auseinandersetzungen und keinen Frieden mehr. Im Jahr 1998 kamen dann die Taliban an die Macht. Sie führten strenge Regeln ein. Frauen durften nicht mehr arbeiten und mussten sich verschleiern. Die Männer mussten Bärte tragen. Mädchen durften nicht zur Schule gehen. Musik, Fernsehen, Kino und Sport wurden verboten. Wer sich nicht an die Regeln hielt, wurde von den Taliban hart bestraft; manchmal sogar auf offener Strasse hingerichtet.
Auch heute gibt es in Afghanistan keine Sicherheit. Im Durchschnitt ereignen sich im Land täglich über 60 Sicherheitsvorkommnisse. Seit 2015 wird Afghanistan auch vom IS bedroht.
Zum Anfang
Alltag während des Asylprozesses
«An Fussballnachmittagen kann ich meine Sorgen und Ängste für ein paar Stunden vergessen. Es gibt Anwohnerinnen und Anwohner, die sich für die Menschen in den Bundesasylzentren engagieren. Sie organisieren diverse Aktivitäten, wie z.B. Aufgabenhilfe und Spiele für Kinder, Sportveranstaltungen, Begegnungs-Cafés, Ausflüge oder Theaterbesuche. Die Zentrumsleitung steht ihnen als Kontakt zur Verfügung.»
Zum Anfang
Entscheid
Aziz ist kein anerkannter Flüchtling, weil er keine individuelle und gezielte Verfolgung nachweisen kann. In den Interviews erklärte er, dass er aufgrund des Krieges aus Afghanistan geflüchtet ist. Da es die Situation derzeit nicht zulässt, Aziz zurückzuschicken, bekommt er eine «vorläufige Aufnahme» (Ausweis F). Bürgerkriege, schwere gesundheitliche Probleme oder unverhältnismässige Bestrafung bei einer Rückkehr können Gründe für eine vorläufige Aufnahme sein.
Zum Anfang
«In der Schweiz fühle ich mich sicher – aber nur vorläufig. Ich muss meinen Ausweis F jährlich erneuern. Niemand weiss, ob ich auf Dauer in der Schweiz bleiben darf. Ich hoffe sehr, dass ich eine längerfristige Aufenthaltsbewilligung bekomme.»
Zum Anfang
Perspektiven
«Da viele Arbeitgeber davor zurückschrecken, vorläufig Aufgenommene einzustellen, ist es sehr schwierig für uns, einen Job zu finden. Nach drei Jahren und vielen Absagen habe ich endlich eine Stelle als Küchenhilfe in einem Restaurant gefunden.
Meine Familie fehlt mir sehr. Sie haben es schwer. Ich möchte sie finanziell unterstützen, aber das Geld reicht nicht. Ich versuche aber in regelmässigem Kontakt mit ihr zu sein. Mein grosser Traum ist es, in meiner neuen Heimat eine eigene Familie zu gründen»
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Kapitel 1 Flucht

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Kapitel 2 Facts

Kapitel 3 Begriffe

Kapitel 4 Fluchtländer

Kapitel 5 Menschen

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Kapitel 6 Und du?

Kapitel 7 CH-Asyl

Kapitel 8 Perspektiven

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